Baden

Wann wird die Stadt Baden klimaneutral?

Klimastreik in der Stadt Baden mit einigen Umweltaktivisten, die durch die Stadt zogen. Aufgenommen am 24. Mai 2019.

Klimastreik in der Stadt Baden mit einigen Umweltaktivisten, die durch die Stadt zogen. Aufgenommen am 24. Mai 2019.

Am Energie-Apéro wurden auch die Herausforderungen für die Stadt erläutert. Im Vergleich mit dem Pariser Abkommen ist die Stadt gut unterwegs — aber noch nicht gut genug.

Michael Sarbach eröffnete letzte Woche in Baden die neue Saison der Energie-Apéros Aargau. Der Geschäftsführer der Regionalwerke AG Baden übernahm erstmals die Einleitung des Energie-Apéros – er wollte dadurch die Bedeutung hervorheben, die Baden diesen Anlässen beimisst.

Das Thema «Städte in Transformation – Wärme und Kälte CO2-frei» lockte rund 200 Gäste ins Konnex. Neben den Aktivitäten der Stadt Zürich, die Alt-Nationalrat (Grüne) Jonas Fricker präsentierte, gingen Christian Vogler und Jérôme Bonetta auf die Klimastrategie in Baden ein.

Jonas Fricker äussert sich zur 2000-Watt-Gesellschaft

Der Projektleiter Energiestrategie der Stadt Zürich, Jonas Fricker, ging auf die Herausforderungen ein, auf die sich das Volk mit dem «Ja» zur 2000 Watt-Gesellschaft im Jahr 2008 eingelassen hatte. Eine Siedlungsstrategie mit Qualität, gehört in Zürich neben den Themen Mobilität, dem Gebäudepark, Ökostrom und der Ernährung zu den fünf Hauptstossrichtungen. Zu diesen wurden 57 Massnahmen definiert.

Dazu gehören verdichtetes Bauen, neue Wohnformen, Elektrizität aus Sonne und Holz, Umstellung von Kantinen-Menues und weniger Foodwaste, aber auch ein Umdenken bei Finanzanlagen und der Pensionskassenpolitik.

«Zürich ist mit der CO2-Reduktion nicht auf Kurs», sagt Fricker. «Wichtig ist jedoch», erklärte er weiter, dass «die Stadt als Vorbild vorangeht und zeigt, dass sie es mit den Zielen ernst meint.» Spannend war es, zu erfahren, wo Baden auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt steht.

Baden muss bei der Primärenergie besser werden

Christian Vogler, Koordinator Energie der Stadt Baden präsentierte das Badener Energiekonzept 2017-2026 und den Energierichtplan und ging auf die Wärme- und Kälteerzeugung ein. Bis 2026 soll der CO2-Ausstoss in Baden um 30 Prozent und der Verbrauch der Primärenergie (Bereitstellungsenergie der Energie, welche die Haushalte verbrauchen) um 15 Prozent gesenkt werden.

Unterziele gibt es auch hier viele: Ölheizungen ersetzen, Ausbau lokaler erneuerbarer Energien, Gebäudehüllensanierungen und viele weitere.

Heute sei Baden bezüglich CO2-Reduktion auf Kurs. Bei der Primärenergie müsse die Stadt aber besser werden. «Sie ist zwar gesunken, seit einiger Zeit jedoch wieder am steigen. Verglichen mit dem Pariser Abkommen ist Baden gut unterwegs, aber noch nicht gut genug.»

Baden setze wie Zürich auf die Vorbildfunktion; die neue Schule in Dättwil hat eine Solaranlage auf dem Dach, in den Parkhäusern gibt es Elektro-Ladestationen und die Fernwärme wird unter anderem mit dem Projekt Sibano, ausgebaut.

Nicht nur Fernwärme, sondern auch Fernkälte ist ein Thema

Dazu erzählte Jérôme Bonetta, Projektleiter Energieprojekte bei der Regionalwerke AG Baden mehr. Er sprach jedoch nicht nur über Fernwärme, sondern auch über Fernkälte. Denn, so Bonetta, «die Energiewende ist eine Wärmewende».

40 bis 45 Prozent des schweizerischen Energieverbrauchs geht zu Lasten der Gebäudewärme. Durch die Klimaerwärmung wird immer mehr Kühlung statt Wärme nachgefragt. Das Fernkältenetz sei im Aufbau, als Teil der Strategie.

Beim anschliessenden Apéro im Energiepunkt wurde rege weiterdiskutiert und die Referenten mit Fragen bombardiert.

Die nächsten Energie-Apéros: www.energieaperos-ag.ch

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