Baden

Von Pandas und Prinzessinen: Improvisationstheater «Tsurigo» zauberte Geschichten aus dem Nichts

Wie geht die Geschichte weiter? Martina Schütze vom Improtheater «Tsurigo» lässt die Kinder entscheiden.

Wie geht die Geschichte weiter? Martina Schütze vom Improtheater «Tsurigo» lässt die Kinder entscheiden.

Für eine besonderen Theaterabend sorgte das Ensemble im Kindermuseum Baden. Aus Anregungen aus dem Publikum wurde ein Plot entworfen und die Kinder zum Mitspielen animiert.

Sofja mag am liebsten Pandabären. Oder doch lieber Prinzessinnen? Da ist sich das Mädchen noch nicht ganz sicher. Sicher ist aber, dass Martina Schütze von der Theatergruppe «Tsurigo» aus diesem Plot eine Geschichte zaubern wird. Der imaginäre Pandabär führt die rund 30, meist sehr jungen Besucherinnen und Besucher im Kindermuseum Baden in einen Fantasiezoo.

«Geschichten aus dem Nichts», singt Martina Schütze denn auch gleich zu Beginn der Vorstellung. So funktioniert Improvisationstheater. Ganz dem Gesetz dieser Theaterart folgend ist das Bühnenbild äusserst spartanisch gehalten. Es befinden sich darauf zwei blaue Stühle, ein Keyboard, ein kleiner, ebenfalls etwas improvisiert wirkender Weihnachtsbaum und ein Mischpult.

Die Anregungen zum Stück kommen aus dem Publikum, die Schauspielerin weiss zu Beginn nicht, was gespielt wird und macht und spielt daraus innert Minuten eine Geschichte. Musikalisch und mit flotten Sprüchen immer an ihrer Seite Christian Riesen. Zuerst noch etwas zurückhaltend, waren die jungen Besucher aber dann doch schnell bei der Sache. Wie wird aus einem Fingerring ein kleines Schwein? Oder wieso will eine Glühbirne plötzlich Augen, mit denen sie auch hören kann? Nichts ist zu abwegig, um nicht als Spiel auf der Bühne Platz zu haben.

Höhepunkt und kleines «Meisterwerk» ist die Geschichte rund um den König von Schwanden und seinem Löwen. Martina Schütze tastet sich vorsichtig durch die Geschichte und lässt immer mal wieder die Kinder selbst an der Fortsetzung herumstudieren. Ziel scheint es zu sein, dass am Schluss alle Kinder auf der kleinen Bühne im Kellergeschoss des Kindermuseums stehen.

Die Ideen der Kinder fordern die Schauspielerin

«Es lief super. Das war Premiere, denn wir waren zum ersten Mal nur zu zweit bei einer solchen Show», sagt Martina Schütze nach der Vorstellung. «Die hätten das noch länger gekonnt», ist sie überzeugt und lacht beim Gedanken, dass sie die Ideen der Kids ganz schön gefordert hatten. Die Dauer des Programms ist auf eine halbe Stunde beschränkt.

Gerade genug, um die Aufmerksamkeit auch von jüngeren Kindern nicht übermässig zu strapazieren. Etwas aufgekratzt, aber nicht strapaziert, wirkt die siebenjährige Nora Piekenbrock und ihr vierjähriger Bruder Juri aus Ennetbaden. Die beiden sind bereits jetzt vom Theater begeistert und hüpften Minuten zuvor selbstbewusst auf die Bühne. Nora hat schon Theaterluft geschnuppert, besuchte sie doch bereits einen entsprechenden Kurs.

Das Kids Improtheater vom Montagabend ist eine von drei unterschiedlichen Vorstellungen, die dieses Jahr in der Adventszeit im Namen des Kur–theaters ausser Haus zu sehen sind. Bereits am 9. Dezember wird «Schneewittli» im historischen Museum zu sehen und zu hören sein.

Da sich das Kurtheater immer noch im Umbau befindet, sind dessen Ensemble, wie bereits im letzten Jahr, wieder Gäste in unterschiedlichen Lokalitäten, wie beispielsweise im historischen Museum, in der Stadtbibliothek oder eben im Kindermuseum – Unterhaltung für die Gäste und eine organisatorische und logistische Herausforderung für das Team des Kurtheaters. «Eine Besucherin erzählte mir kürzlich, wie toll sie es fand, an einem unserer Anlässe im Nordportal gewesen zu sein. Dieses hatte sie vorher nicht gekannt», sagt Lara Albanesi, die Gesamtleiterin des Kurtheaters. Die Adventsanlässe im nächsten Jahr werden wieder im Theatersaal stattfinden.

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