Für die Fotografin des Badener Tagblatts öffnet Menf Rhyner symbolisch den roten Samt-vorhang auf der Bühne Heimat in Ehrendingen. Noch sind die 75 Stühle leer. Aber nicht mehr lange. Am 12. September fällt der Startschuss zur neuen Saison.

Und gleich zum Auftakt gibt es eine Vorpremiere. Stéphanie Berger zeigt dem Publikum zum allerersten Mal ihre Comedy-Show «Aufbruch», die sie nach einem persönlich sehr turbulenten Jahr kreiert hat. Weil die rund 300 Genossenschafter und Gönner der Bühne Heimat jeweils früh über die laufenden Aktivitäten in Kenntnis gesetzt werden, ist Bergers Show schon jetzt ausverkauft. Deshalb findet am 23. November eine Zusatzvorstellung statt.

Besonderer Draht zum Publikum

Des Publikums Leid ist des Theaterleiters Freud. Seit elf Jahren bringt Rhyner, der auch selber Stücke (zum Beispiel für das Theater Dielsdorf) schreibt und als Comedian auftritt, die bekanntesten Namen der deutschsprachigen Kleinkunstszene nach Ehrendingen. Und vermag die Zuschauerreihen regelmässig zu füllen. Das hätte sich der ursprüngliche Handwerker und Laienschauspieler aus Baden nie zu träumen gewagt, als er 2008 sein eigenes kleines Theater realisierte. Und mit einer ziemlich veralteten Tonausrüstung und Bauscheinwerfern die ersten Aufführungen im Wirtshaus zur Heimat bestritt.

Heute ist technisch alles auf neustem Stand. Die 2014 gegründete Genossenschaft Bühne Heimat besitzt mittlerweile den Gebäudeteil mit dem Theater. Künstlerinnen und Künstler schwärmen vom guten Spirit, der im Haus herrscht. Und dem besonderen Draht zum Publikum. Die Stimmung sei magisch, bekunden sie. Magie spielt im neuen Programm der Bühne Heimat eine wichtige Rolle.

Nur noch wenige Tickets

Leider ist für die meisten Vorstellungen nur noch eine begrenzte Anzahl an Tickets verfügbar. Am 21. September präsentiert Gedankenleser Tobias Heinemann seine Soloperformance «Journey». Weltweit verblüffte er schon Zuschauerinnen und Zuschauer mit Mental- und Hypnose-Experimenten und will nun sein Können auch in Ehrendingen unter Beweis stellen. Wiedersehen sind unter anderem mit bewährten Grössen wie Knuth & Tucek (10./11. Oktober «Heimat – ein Ammenmärchen») und Strohmann-Kauz (7./8. November «Sitzländer») angesagt.

Ihr erstes Stelldichein im Aargau gibt Christine Prayon in «Die Diplom-Animatöse». Die Ulknudel ist der Öffentlichkeit als Birte Schneider aus der «ZDF-heute-show» bekannt. Ihren bevorstehenden Auftritt beschreibt sie als eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Heizdeckenverkaufsveranstaltung. Die Tessiner Compagnia PerpetuoMobileTeatro beschert dem Publikum am 13. Dezember mit ihrem magisch-poetischen Maskentheater «Scrooge» eine ziemlich freie Interpretation von Charles Dickens «A Christmas Carol».

Manuel Diener (Spoken Word) und Lorenz Bachmann (Cello), Pro Argovia Artists 2020, feiern am 26. September mit «Die Abenteuer des Don Chilischote» Premiere. Vorausgesagt wird eine abenteuerliche Mischung aus Slampoetry und Streichmusik, zu der Cervantes «Don Quijote de la Mancha» die Basis bot.

Auch die bekannte Badener Coverband The Plagiators hat die Bühne Heimat als Ausgangspunkt gewählt, um am 7. Dezember ihr neues Album «The Greatest Hits» in die Öffentlichkeit zu katapultieren.

Bitterböser Humor

Die schrägste Nummer im ohnehin schon ziemlich bunt zusammengewürfelten Auftrittsreigen liefern aber ziemlich sicher «Die Gebirgspoeten». Das Autoren-Trio Rolf Hermann, Matto Kämpf und Achim Parterre taucht am 29. November in «Arthrose vom Napf – ein Justizirrtum» tief in dörfliche Machenschaften ein. Das Szenario: Ein Gesangsbanause steht vor Gericht, weil er die Herbsttournee des Jodelchors ruiniert hat. «In Monty-Python-Manier wird es in diesem Stück mit viel schwarzem Humor bitterböse zur Sache gehen», verspricht Rhyner.

Weitere Programmpunkte und Infos zum Herbst/Winter-Programm 2019 der Bühne Heimat Ehrendingen gibt es auf www.buehne-heimat.ch.