Was vor zehn Jahren mit einer simplen Anfrage von begeisterten Klarinettenspielern an Dirigent Roland Käppeli begann, hat sich zur festen Institution gemausert: Am kommenden Wochenende steht der 36 Mitglieder starke Klarinettenchor zum zehnten Mal auf der Bühne in der Aula Margeläcker in Wettingen.

Eine Viertelstunde vor Probenbeginn um 19.30 Uhr sind viele der Chormitglieder bereits da. Nach einem kurzen, herzlichen «Hallo» packen sie ihre Instrumente aus und spielen sich ein.

Das «musikalische Kauderwelsch» verstummt, als Dirigent Roland Käppeli und Solistin Heidy Huwiler die Bühne betreten. Gemeinsam werden sie das «concerto for clarinets» mit den Stücken «Fantasia for Bb Clarinet» oder «Habañera for Bass Clarinet» zu Gehör bringen. Es ist erst die zweite, allgemeine Probe – und die erste mit der Solistin.

Der Wettinger Klarinettenchor spielt «Chorale and Danza» von Václav Nelhýbel

Der Wettinger Klarinettenchor spielt «Chorale and Danza» von Václav Nelhýbel

«Die Musikerinnen und Musiker üben ihre Parts zu Hause, in der Probe gehen wir auf das Zusammenspiel ein», erklärt Roland Käppeli. Das sei das Spezielle an ihrem Klarinetten-Chor: «Hier sind top motivierte Menschen dabei, die es schätzen, spezielle Literatur zu spielen, und ausserhalb ihres traditionellen Laienorchesters etwas zu lernen.»

Dezember und Januar sind die intensiven Momente, danach geht jeder wieder seinen eigenen Weg. Dies bestätigt Oliver Stark.

Der Zürcher Oberländer ist in der Blasmusik gross geworden und vor acht Jahren zum Chor gestossen. «Man muss angefressen sein und Eigenmotivation mitbringen.» Das Ganze dürfe keine Belastung sein. «Ich konsumiere hier und finde es toll, mit guten Mitspielern zusammen zu arbeiten», sagt er.

Chor zählt heute 36 Mitglieder

Weshalb nur mit Klarinetten ein Chor gebildet wird, ist für Vorstandsmitglied Pascal Gruber klar: «Zum einen ist es der dunkle Klang und zum andern die Vielseitigkeit der Klarinette, die über einen grossen Tonumfang verfügt. Sie kann in der Volksmusik, in der klassischen Musik oder im Jazz eingesetzt werden», erklärt Pascal Gruber, der auch als Dirigent der Musikgesellschaft Eintracht Windisch amtet.

Vor zehn Jahren wendeten sich Klarinettenspieler aus der Umgebung an Roland Käppeli mit der Idee, Ensembleliteratur zu spielen. Die Idee gefiel, und Roland Käppeli nahm zu den 12 B-Klarinetten, zwei Bass- sowie eine Alt-Klarinette hinzu, um ein Orchester zu bilden.

Der erste Auftritt in einem Gottesdienst ereignete sich spontan. «Im zweiten Jahr waren es dann bereits 22 Personen, die mitspielen wollten», sagt Roland Käppeli und lächelt. Heute gehören rund 36 Mitglieder dem Klarinettenchor an.

Die meisten sind aus der Region, andere aus Bern oder Zürich. Käppeli hat für das Jubiläum den Schweizer Komponisten Oliver Waespi beauftragt, eigens für den Klarinettenchor eine Komposition zu schreiben. Herausgekommen ist «Notturno variabile».

«Zu Beginn ist da eine einfache, simple Melodie, daraus entwickelt der bekannte Komponist faszinierende musikalische Gedanken. Dabei ist die Fingerfertigkeit der Musiker gefragt», verrät Käppeli.

Jubiläumskonzerte: Samstag, 23. Januar, 20 Uhr und Sonntag, 24. Januar, 17 Uhr in der Aula Schulhaus Margeläcker, Wettingen. Sonntag: 31. Januar, 17 Uhr in der Katholischen Kirche Höngg, Zürich.