Niederweningen

Vom Kinofilm zum Theaterstück: eine Beerdigung mit Hindernissen

Wohin mit dem «Freund» des Verstorbenen? Keine leichte Sache für die Beteiligten. (v.l.) Marco Waltenspühl als «Timo», Mark Staub (sitzend) als «Röbi», Heinz Banz (liegend) als «Peter», Martin Keller als «Hans» und Erhard Wyss als «Daniel».

Wohin mit dem «Freund» des Verstorbenen? Keine leichte Sache für die Beteiligten. (v.l.) Marco Waltenspühl als «Timo», Mark Staub (sitzend) als «Röbi», Heinz Banz (liegend) als «Peter», Martin Keller als «Hans» und Erhard Wyss als «Daniel».

Der Wandel ist gelungen: René Schnoz' Inszenierung des Kassenschlagers «Death at the Funeral» stösst bei den Premierebesucherinnen und -besuchern auf Begeisterung.

Auch das filmische Original «Death at the Funeral» aus dem Jahr 2007 überzeugt mit Witz und Tempo. Der Film von Frank Oz und Dean Craig war denn auch ein grosser Erfolg an den Kinokassen. Eine erste Theaterfassung entstand erst letztes Jahr und wurde im Zürcher Oberland aufgeführt. Die Stückwahlkommission der Bühne Wehntal wusste beim Besuch einer der dortigen Vorstellungen ziemlich schnell, dass «Sterben für Anfänger» das Stück der Saison 2019 werden sollte.

Wie macht man aus einem Film ein Theaterstück? Keine leichte Aufgabe für Profiregisseur René Schnoz, den sich die Wehntaler für die diesjährige Inszenierung holten. «Filme sind schneller geschnitten als Theater und beinhalten viele Szenenwechsel. Daher entschied ich mich für ein einfaches, sprich neutrales, Bühnenbild», erklärt Schnoz, der künstlerisch sowohl im Theater wie auch beim Film zu Hause ist. Ein grosser Umbau des Bühnenbildes während der Vorstellung fällt weg, so seien die Szenenwechsel einfach schneller, meint er abschliessend.

Trauerfeier unter einem schlechten Stern

Das Stück ist anspruchsvoll, auch wenn es leicht und lustig daherkommt. Anspruchsvoll sind die Technik, die permanent wechselnden Licht- und Tonverhältnisse und nicht zuletzt das rasante Spiel der Schauspieler. Hier stecken seit April viele Probenstunden dahinter. Aber René Schnoz zeigt sich anlässlich der Premiere äusserst zufrieden mit «seinem» Ensemble.

Und so steht die Trauerfeier von Erwin Utzinger unter einem schlechten Stern. Es fängt schon unglücklich an, als der falsche Leichnam gebracht wird. Sohn Daniel (Erhard Wyss) hätte sich für seinen Vater einfach ein schlichtes und würdiges Begräbnis gewünscht. Was die Trauergäste aber daraus machen, ist für die Familie eine arge Überraschung und strapaziert ihre Nerven aufs Äusserste. Das Auftauchen eines «lieben» und, bis anhin unbekannten, Freundes des Verstorbenen macht die Sache auch nicht einfacher.

Drei von jetzt noch zehn Vorstellungen sind ausverkauft. Die Premierenbesucher zeigten sich durchweg begeistert. «Die Schauspieler sind authentisch, sie fühlen sich wohl in den jeweiligen Rollen und portieren das auch», umschreibt Andrea Schindler Sala aus Niederweningen ihren Eindruck. Ob Themen wie Homosexualität oder Drogen auch auf dem Land ihr Publikum finden, zweifelt ein Besucher nach Ende der Vorstellung. Eine andere Besucherin findet es jedoch mega lustig. «Der Tod geht uns doch alle irgendwann an», meint sie und verspricht, «Wir kommen wieder».

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