«Werden die Asylsuchenden rund um die Uhr betreut sein?», «wird die Polizei abends vermehrt patrouillieren?», «werden die Asylsuchenden einen geregelten Tagesablauf haben?». Diese und zahlreiche weitere Fragen kamen vonseiten der Bevölkerung am Mittwochabend im Rahmen einer Orientierungsveranstaltung im Feuerwehrmagazin «Wiemel» auf. Grund dafür war der Zuweisungsentscheid des Kantons, dass Würenlos per 2. November noch zusätzlich 22 Asylsuchende unterzubringen hat. Die Gemeinde hat als Unterkunft die Zivilschutzanlage «Wiemel» vorgesehen.

«Das war für uns die überzeugendste und kostengünstigste Lösung», begründete Anton Möckel, Vizeammann und Sozialvorsteher vor gut 60 versammelten Personen. Eine der Alternativen wäre gewesen, eine Ersatzabgabe an den Kanton zu leisten, erklärte er.

Dafür hätte die Gemeinde allerdings fast 900 000 Franken pro Jahr aufwenden müssen: «Das wollen wir nicht und können wir nicht.» Mit der Zivilschutzanlage habe die Gemeinde die Möglichkeit, 15 bis 25 Asylsuchende unterzubringen und somit die Aufnahmepflicht zu erfüllen. Er sei sich bewusst, sagte Möckel, dass niemand «hurra» schreien wird und das Thema Asylunterkunft viel zu reden gibt, «doch wir wollen aus einer Zwangssituation und mit beschränkten Mitteln das Beste machen».

Asylsuchende professionell betreut

Bevor die Asylsuchenden – allesamt Männer – in die Zivilschutzanlage einziehen können, hat die Gemeinde noch einige Anpassungen vorzunehmen. Beispielsweise müssen zusätzliche Duschen installiert und die Kochfelder den Bedürfnissen entsprechend modifiziert werden.

Auch plant die Gemeinde, beim Eingang der Zivilschutzanlage eine gedeckte Fläche und einen Aufenthaltsraum bereitzustellen. Zudem soll die Umgebung aufgewertet werden, etwa mit einer Hecke. «Unser Ziel ist es, am 20. Oktober das Baugesuch einzureichen und wenn die Bewilligung vorliegt, mit der Umsetzung der Bauten zu beginnen», sagte Anton Möckel.

Der Vizeammann betonte, dass es in der Zivilschutzanlage, die nur teilweise als Asylunterkunft dienen wird, ein Büro für die Betreuung geben wird. Es sei wichtig, dass sich Fachpersonen um die Flüchtlinge kümmern, sagte er: «Ohne eine professionelle Betreuung geht es nicht.» Des Weiteren sei es der Gemeinde ein Anliegen, den Asylsuchenden – soweit es das Gesetz erlaubt – eine Beschäftigung anzubieten.

Um ein reibungsloses Nebeneinander zu ermöglichen, will die Gemeinde ausserdem den Kontakt zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden ermöglichen sowie pflegen: mit gelegentlichen Treffs, Sprachunterricht und Fussballturnieren etwa.
Wie die Betreuung und die Tagesstrukturen geregelt werden oder ob es vermehrt Polizeipatrouillen gibt, sei noch zu definieren, sagte Möckel. Die Spielregeln werden auf alle Fälle noch vor dem Einzug feststehen und auch öffentlich bekannt gegeben. «Das liegt in unserem Interesse.»

Bedenken waren spürbar

An der Orientierungsveranstaltung waren die Ängste und Bedenken der Bevölkerung zwar spürbar. Doch gab es auch positive Wortmeldungen. So sagte ein Zuhörer, dass er den Ansatz des Gemeinderates gut fände: «Ich denke, wir würden uns allen einen Gefallen machen, wenn wir den Asylsuchenden nicht mit Misstrauen begegnen, sondern ihnen gegenüber Verständnis zeigen.» Vizeammann Möckel bedankte sich und lud die Bevölkerung im Anschluss ein, die Zivilschutzanlage gemeinsam zu besichtigen.