«Das Herzstück des Übels ist der vorgesehene Umfahrungstunnel von Baden», halten die vier Gemeinden Ober-, Untersiggenthal, Turgi und Freienwil in einer gemeinsamen Erklärung fest. Sie sehen sich dabei als Verlierer der Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase). Darum wollen sie sich auch gemeinsam dagegen wehren, dass der Grosse Rat das Projekt Oase an seiner Sitzung vom 20. Juni als Zwischenergebnis mit Eintrag in den Richtplan beschliesst. So beantragt es der Regierungsrat in seiner Botschaft. 

«Zwar anerkennen die Gemeinden die redlichen Bemühungen der kantonalen Projektleitung für eine offene und transparente Kommunikation», heisst es weiter im betreffenden Schreiben. Nach dem Mitwirkungsverfahren wurden nämlich noch weitere Workshops und Vernehmlassungen durchgefügt. Ausserdem konnten Vertreter der betroffenen Gemeinden in den Arbeitsgruppen Einsitz nehmen.

Ziele liegen weit auseinander

«Auch dieser Prozess zeigte deutlich auf, dass die Ziele des Kantons und jene der betroffenen Gemeinden diametral auseinanderlaufen und sich kaum unter einen Hut bringen lassen», ist die ernüchternde Bilanz für die Siggenthaler Gemeinden.

In wesentlichen Punkten werden die Erwartungen der sich wehrenden Gemeinden nicht erfüllt. Unabhängig von der definitiven Variantenwahl, die in einem nächsten Schritt erfolgen soll, würden die umliegenden Gemeinden durch die einseitige Entlastung der Stadt Baden benachteiligt. Ob Umfahrungstunnel Baden West oder Martinsberg- und Kreuzlibergtunnel – diese teuren Infrastrukturanlagen würden dazu führen, dass letztlich der überwiegende Teil des Verkehrs entweder in die eine oder andere Richtung durch das Siggenthal rollen werde. «Nussbaumen und die Siggenthaler Brücke werden zum neuen Nadelöhr – die Folgen sind Staus im Siedlungsgebiet und lange Wartezeiten», sind die Befürchtungen der betreffenden Gemeinderäte.

Die Gemeinden vermissen insbesondere griffige Massnahmen, damit die Mobilität nicht mehr im selben Umfang zunehme. «Sie wird von der Regierung als eine Art Naturgesetz hingenommen», lautet die Kritik, statt dass sie infrage gestellt und etwas unternommen werde.

Die vier Gemeinden fordern darum gemeinsam eine Entlastung des Verkehrs im Siggenthal sowie Aussagen darüber, wie die teure Infrastruktur finanziert werden soll. Leider verunmögliche der ehrgeizige Zeitplan der Kantonsregierung, dass vor dem Richtplaneintrag nach besseren Lösungen gesucht werden könne.