«Das Bundesgerichtsurteil ist für mich positiv», sagt die betroffene Hundehalterin und -trainerin Christina van Steen aus Spreitenbach. Der Vorfall geht zurück auf das Jahr 2009. Damals war van Steen mit einer Kollegin und insgesamt 16 meist frei laufenden Hunden regelmässig in Wettingen im Gebiet zwischen Chlosterschür und dem Würenloser «Fressbalken» unterwegs. Der Weg führe über Stock und Stein und ist gemäss van Steen weder für Kinderwagen noch für Velofahrer geeignet. Kurz: ideal also, um die Hunde frei laufen zu lassen.

Nun hat das Bundesgericht entschieden, dass pro Person höchstens fünf Hunde erlaubt sind und vier davon immer an der Leine sein müssen (az von gestern). Das Urteil zeige deutlich, dass in der Schweiz jede Gemeinde eigene Regeln für Hundespaziergänger aufstellen könne. Hundehaltern und vor allem auch Hundesittern empfiehlt van Steen deshalb, sich unbedingt vorgängig in den Gemeinden über die Regeln zu erkundigen und sie schriftlich bestätigen zu lassen.

Van Steen ist keine Hundesitterin. Der konkrete Fall habe für sie daher kaum Folgen. Heute ist sie für neun Hunde – eigene und solche von Freunden – zuständig. Seit Jahren führt sie diese in zwei Gruppen à fünf Tiere an verschiedenen Orten spazieren. Als Hundetrainerin wisse sie genau, dass sie die Tiere entlang der Strasse und im Wald an die Leine nehmen müsse. Schliesslich sei sie dafür verantwortlich, dass niemand gefährdet werde. Auf dem Gemeindegebiet von Wettingen mag sie seit dem Vorfall allerdings nicht mehr spazieren.

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Jeder Hund kann abhauen

Andere Hundehalter widersprechen Christina van Steen. Sonja Boutellier von Sonja’s Tierparadiesli in Unterkulm sagt: «Ich würde niemals mit mehr als drei Hunden spazieren gehen.»

Seit acht Jahren bietet Boutellier bei sich zu Hause maximal drei Hunden einen Ferienplatz an. Selber besitzt sie zwei Hunde, fünf Katzen und Mini-Pigs. Beim Spaziergang durchs Dorf führt sie ihre Tiere aus Prinzip immer an der Leine. «Mit Hunden – im Rudel – kann jederzeit etwas passieren. Auch ein gut erzogener Hund kann plötzlich abhauen, wenn er eine coole Katze entdeckt», so Boutellier. «Wir sind verantwortlich, dass Kindern, Velofahrern und Joggern nichts passiert.»