Hoch oben an der Höhtalstrasse sind noch Plätze für Autos zu finden. Desto schöner ist auch der Abstieg, dem plätschernden Dorfbächlein entlang, umrahmt von Lichterketten, durch Festmusik aus der Ferne begrüsst und schliesslich plötzlich mitten im Gewühle rund um die Theaterbühne stehend und staunend. Reihenweise sitzen stolze Eltern und Verwandte von Kindern, die auf der Bühne spielen, singen und tanzen.

Rundum bunt beleuchtete Beizchen, sogar auf dem Spielplatz. Weiter unten auf der Bühne des Postplatzes das lautstarke Konzert von Uniquemusic, mit einem frischen Badenbräu-Bier eindringlich einfahrend. Das Schlendern vom Postplatz bis zur Bühne der Badstrasse, wo «Storm» laut Berichten wie ein starker Sturm über die Bühne gefegt sei, ist wegen der Menschenmenge nur in gemütlichen Etappen zu geniessen. Zum Beispiel der Tanz des schwarz gekleideten Magiers, der mit seinen Glasbällen jongliert und nicht nur die Kinder zum Staunen bringt. Bald sitzen wir an der Limmat, hinter uns die altehrwürdigen Hotels und vor uns das im Bau befindliche Botta-Bad und teilen, was wir an den umliegenden Ständen ergattert haben. Lily und Hansjörg Nussbaum wohnen schon lange hier und erzählen von ihrer Gemeinde. Ihre Enkel haben beim Festspiel mitgemacht. Ihr Wunsch: «Ennetbaden soll seine Unabhängigkeit behalten. Dieses tolle Fest beweist, welch grossen Event unsere kleine Gemeinde zustande bringt.»

Der Lichterkette entlang führt uns der festliche Parcours wieder in die Höhe, mit prächtiger Aussicht auf den Schartenfels und die Burg Stein. Mitten durch die Rebberge und terrassenförmig gruppierte Villen führen uns die Lichter wieder zurück zur Theaterbühne, wo die Feuershow ihre letzten Glanzlichter setzt, bevor die Bühne für das MusiQuiz vorbereitet wird. Es empfiehlt sich, frühzeitig eine Pizza oder einen Flammkuchen in Auftrag zu geben, respektive eine Nummer zu kaufen, denn das Prozedere, bis die Nummer dann auch ausgerufen wird, ist spannend und unterhaltsam. Der Pizzaiolo kommt aus Glattfelden und es wird munter geplaudert und gescherzt, bis schliesslich alle Umstehenden etwas zu trinken und zu essen haben und das Quiz beginnt.

In Gruppen wird beraten, welcher Song gerade gespielt wird, aus welcher Zeit er stammt und wer ihn singt. Je später der Abend, desto länger die Reihen und Schlangen an den Ständen und natürlich auch vor den Bio-Toiletten und je dichter wird auch das Partyvolk vor den drei Hauptbühnen. Doch eigentlich ist das ganze Festgelände auf seinen verschiedenen Terrassen, Plätzen und Strassen eine einzige Festbühne, auf der sich unzählige Gäste in allen Altersklassen fröhlich und friedlich tummeln, sodass auch vereinzelt Polizisten und Sicherheitsbeamte auf Patrouille den Abend zu geniessen scheinen.