Es passiert in der Nacht von Samstag auf Sonntag, kurz vor 1 Uhr: Ein 28-Jähriger beobachtet, wie ein Mann aus einer Gruppe eine Frau schlägt, und beschliesst, einzuschreiten. Als er die Frau fragt, ob alles in Ordnung sei, wird er zuerst angepöbelt und schliesslich von den Männern mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert. War es falsch von dem jungen Mann, einzugreifen? Wo endet die Zivilcourage, und wo beginnt der Leichtsinn?

Jede Situation müsse individuell beurteilt werden, erklärt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei: «Wenn es gut geht, dann ist es natürlich sehr begrüssenswert, wenn jemand eingreift. Das ist einer Person auch hoch anzurechnen. Aber es gibt immer ein Risiko, dass man selber angegriffen wird.» Besser sei es, zuerst die Polizei zu informieren, gerade in Baden, wo eine Patrouille schnell vor Ort sein könne.

Badener Helfer in der Not wird zum Opfer

Badener Helfer in der Not wird zum Opfer: So berichtete Tele M1 über den Fall.

Wichtig sei, die Situation einzuschätzen und das Risiko abzuwägen: «In diesem Falle war es dunkel, es hatte wohl nicht mehr viele Passanten, und der Mann hat sich alleine mit einer Gruppe angelegt.» Wäre der Täter alleine gewesen und von mehreren Männern angesprochen worden, wäre die Ausgangslage sicher besser gewesen.

Wenn möglich solle man zusammen mit anderen Passanten handeln, rät Graser. An einem belebten Ort am heiterhellen Tag könne man ein Eingreifen eher riskieren. Wenn Gefahr bestehe, dass man selber verletzt werde, könne man sich fragen, ob man nicht auf andere Weise helfen könne: «Zum Beispiel, indem man die Polizei ruft und sich merkt, wie die Täter aussehen.»