Fahrdienst-Vermittler

Uber kämpft in Baden um Fahrgäste – lokaler Taxi-Unternehmer hat daran keine Freude

Mit diesem Plakat wirbt der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber in Baden um Fahrgäste.

Mit diesem Plakat wirbt der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber in Baden um Fahrgäste.

Der Fahrdienstvermittler Uber wirbt in Baden um Gäste. Was hat es damit auf sich und was sagt die Konkurrenz dazu?

«Wir sehen uns beim Schulhausplatz – Deine Fahrt überall in Baden.» Seit einigen Tagen prangt in der Unterführung des Bahnhofs Baden ein grosses Plakat, mit dem der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber um die Gunst von Neukunden buhlt. Uber ist in der Schweiz aktuell in den Städten Bern, Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Winterthur, Zug, Luzern und eben Baden verfügbar. «Die Uber-App ist seit Ende 2019 in Baden verfügbar», sagt Luisa Elster, Medienverantwortliche von Uber Schweiz. «Auch in Aarau können je nach Verfügbarkeit Fahrten via Uber App bestellt werden.»

Gar keine Freude dürfte Roland Wunderli daran haben. Er ist Geschäftsführer der Badener Taxi AG, einem Tochterunternehmen der Twerenbold-Reise-Gruppe. «Es wäre begrüssenswert, wenn Uber verboten würde.» Was Uber mache, sei fragwürdig, wenn er nur etwa an die fehlenden Sozialabgaben an die Fahrer denke. Dabei verhehlt Wunderli nicht, dass der Fahrdienst der Badener Taxi AG wirtschaftlich schade. «Weil wir einen 24-Stunden-Service anbieten und unserer sozialen Verpflichtung nachkommen, können wir mit den Dumpingpreisen von Uber nicht mithalten.»

Dass dies nicht bloss leere Worte sind, beweist die aktuelle Situation wegen des Coronavirus. «Fast niemand fährt mehr Taxi. Unser Umsatz ist um 90 Prozent eingebrochen», sagt Wunderli. Weggebrochen seien vor allem die wichtigen Fahrten im Auftrag von Firmen, Flughafenfahrten und nicht zuletzt würden gerade ältere Menschen keine Ausflüge mehr unternehmen und das gesellschaftliche Leben sei fast ganz zusammengebebrochen. Man habe deshalb auch Kurzarbeit beantragt. «Das Unternehmen ist aber bestrebt, all unseren knapp 50 Chauffeuren den durchschnittlichen Lohn zu zahlen.» Und was, wenn doch jemand ein Taxi braucht? Können die Sicherheitsregeln eingehalten werden? «Ja. Wir setzen nur noch grosse, 7-plätzige Fahrzeuge ein. Die Gäste sitzen jeweils in der hintersten Reihe, wodurch der 2-Meter-Abstand garantiert ist», so Wunderli.

Auch ohne Uber ist das Geschäft hart umkämpft

Wunderli hofft wenig erstaunlich auf eine Normalisierung der Situation, damit der Taxi-Betrieb wieder anzieht. Doch selbst ohne Corona sei das Geschäft immer umkämpfter. Für die 42 neuen Taxibewilligungen, die für fünf Jahre gelten, werde er sich für rund 25 Bewilligungen bewerben. «Es gibt leider immer noch sehr viele Taxis, die vor allem am Wochenende sogenannt Fahrgäste aufwischen, indem sie an den neuralgischen Punkten auf Gäste warten, obwohl sie das nicht dürften.» Hier wünscht sich Wunderli ein härteres Durchgreifen der Stadtpolizei und dass die Fehlbaren konsequent gebüsst und weggeschickt werden, wie das in anderen Kantonen üblich sei. «Seit Jahren bin ich immer wieder bei der Stadtpolizei vorstellig geworden, doch leider ohne spürbaren Erfolg.»

Hansueli Bäbler, Stabschef bei der Stadtpolizei bestätigt, dass der Stadtpolizei der «hart umkämpfte Taximarkt auf dem Platz Baden» bekannt sei. «Im Rahmen der personellen Möglichkeiten führen wir deshalb Kontrollen durch.» Und zum Thema Uber hält Bäbler fest: «Erfüllt der Fahrdienst die Vorgaben des Bundes, kann er seine Leistungen in Baden ausschliesslich auf Bestellung hin anbieten.» Sprich, das «Auflesen» von Fahrgästen ist nicht erlaubt.

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