Eine 1.-August-Ansprache ist normalerweise Politikern vorbehalten, besonders in einem Wahljahr. Fislisbach hat sich aber nicht an dieses ungeschriebene Gesetz gehalten und die junge Wasserspringerin Michelle Heimberg eingeladen. Die erst 19-jährige Sportlerin hat eine eindrückliche Rede über ihre Auslandreisen und ihre Heimat Fislisbach gehalten.

Die Vize-Europameisterin von 2017 ist oft im Ausland, weiss aber genau deshalb: «Heimat ist dort, wo ich immer wieder gerne zurückkehre. Auch wenn hier ein Kaffee manchmal sechs Franken kostet», scherzt sie und bringt die über 300 Besucher damit zum Schmunzeln.

Die Besucher der Bundesfeier in Fislisbach singen den Schweizerpsalm

Die Besucher der Bundesfeier in Fislisbach singen den Schweizerpsalm

Die junge Olympia-Hoffnung hat in ihrer erste 1.-August-Rede schon sehr souverän gesprochen. Heimberg hat – für den Nationalfeiertag eher ungewöhnlich – kaum Politisches angetönt, dennoch hat sie schweizerische Werte wie etwa Toleranz in ihrer Rede erwähnt. «Durch den Sport habe ich schon viele Länder und andere Kulturen kennengelernt.»

Vermeintlich politischer ist hingegen die Rede von Pfarrer Christoph Monsch ausgefallen, der die Präambel der Bundesverfassung vorgelesen hat, welche aber bekanntlich mit einem Anruf an Gott, den Allmächtigen beginnt. Im Gebet hat Monsch alle Menschen einbezogen und auch für mehr Toleranz gegenüber allen aufgerufen. Gewiss durfte am 1. August die Nationalhymne nicht fehlen, die der Männerchor vorgetragen hat und alle Besucher stolz mitgesungen haben. (ph)