Badener Fasnacht

Trump als Entlastungszeuge: Dennoch muss der Füdlibürger brennen

Wie es der Brauch verlangt, startete die Badener Fasnacht am Schmutzigen Donnerstag mit einem Gerichts-Schauspiel und der Verbrennung des «Füdlibürgers».

Am schmutzigen Donnerstag ist die Badener Fasnacht auf traditionelle Art eröffnet worden. Um 18 Uhr wurde ein Böllerschuss auf dem Schloss Stein abgefeuert, ehe Hieronymus Füdlibürger, begleitet von Schaulustigen, durch die Strassen der Stadt bis zum Graben unter der Hochbrücke getragen wurde. Dort wartete auf ihn ein Gerichtsprozess, den die Mitglieder der beiden Fasnachtsvereine «Spanischbrödlizunft» und «Vereinigte Fasnachtsgruppen» in einem launigen Schauspiel aufführten.

Traditionelles Schauspiel

Wie jedes Jahr wurden dem Füdlibürger diverse Schandtaten vorgeworfen. So wurde er für den Fleischdeklarations-Skandal im Manor, den schlechten Ladenmix in der Badener Innenstadt und die vielen Wechsel im Einwohnerrat verantwortlich gemacht. In Wettingen soll er der CVP einen Sitz im Gemeinderat weggeschnappt, in Leibstadt das Atomkraftwerk ständig an- und abgeschaltet haben. Zudem habe er an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz den Absturz einer TV-Kamera in den Zielraum verursacht und im Kanton Aargau permanenten Bildungsabbau betrieben.

Der Badener Füdlibürger verbrennt.

Der Badener Füdlibürger verbrennt.

Für Schmunzeln bei den Fastnachts-Besuchern sorgte der Auftritt von US-Präsident Donald Trump, der sich in einer Rede für den Freispruch seines Freundes stark machte. Trump erklärte überdies, er wolle Präsident aller Badener Narren sein und die Stadt wieder gross machen. Er wolle Baden mit Ennetbaden zusammenschliessen und eine Mauer gegen Wettingen bauen, und diese Mauer müssten die Wettinger bezahlen.

«A big wall between Baden and Wettingen»: Ausschnitte aus Trumps Ansprache in Baden

«A big wall between Baden and Wettingen»: Ausschnitte aus Trumps Ansprache in Baden

Die Geschworenen des sogenannten «Blutgerichts» befanden den Füdlibürger für schuldig und verurteilten ihn zum Tode durch Verbrennen. Mit den Worten «Scharfrichter zünd aa, d’Baademer Fasnacht foht aa» begann die fünfte Jahreszeit dann auch noch offiziell.

Diverse Anlässe bis Dienstag

Wenn auch keine Fasnachtshochburg wie Basel oder Luzern, wird auch Baden in den kommenden fünf Tagen fest in der Hand von Guggenmusiken, Schnitzelbänklern und Maskenträgern sein. Zu den Höhepunkten zählen heute Abend der Guggentreff beim Schlossbergplatz (18 Uhr) und ab 19.50 Uhr die Schnitzelbänke in den Beizen; am Samstag der Kinderumzug (13.15 Uhr) mit anschliessendem Kinderball im Trafo (14 Uhr); am Sonntag der Fasnachtsumzug mit anschliessendem Rangeverlesen und am Dienstag der Nachtumzug «Guggen-Corso» sowie das Monsterkonzert auf dem Schlossbergplatz. (PKR)

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