Etwas schräg, witzig und manchmal skurril, im Teatro Palino erwartet die Zuschauer stets ein neues Programm, und keines ist wie das letzte. Diese Saison dürfen sich die Theaterfans auf drei neue Eigenproduktionen freuen. Zusätzlich finden regelmässig gemütliche Jazz-Abende im gegenüberliegenden stimmungsvollen Theatercafé
UnverbeidBAR statt.

Viel Programm trotz wenig Geld

Trotz prekären finanziellen Streichungen seitens der Stadt und dem Kuratorium sollen weiterhin besonders junge Künstler im Teatro Palino ihre Bühnenerfahrungen sammeln können. «Die Schweiz bietet einfach nicht genug Möglichkeiten für junge Leute, die direkt von der Kunsthochschule kommen», sagt Künstlerin und Schauspielerin Stella Palino.

So habe das Theater schon einigen Leuten den Sprung in ein eigenständiges Künstlerleben ermöglicht. Unterstützung muss sich die Theatertruppe von nun an auf kantonaler Ebene oder bei Stiftungen für jedes geplante Projekt holen. Zwei Eigenproduktionen konnten so bereits finanziert werden, darunter das Stück «Apropos».

Unter dem Schlagwort «Irritation» haben die beiden jungen Schauspieler Lena Wälly und Oliver Pfulg das Stück auf die Beine gestellt. Zusammen mit der Tänzerin und Choreografin Nelly Bütikofer ist ein freches und zugleich witziges Stück mit zeitgenössischem Tanz, Text und Videoeinlagen entstanden. Manch einem Zuschauer könnte das Stück bekannt vorkommen, da bereits an der diesjährigen Kultour einzelne Szenen aus dem Stück gezeigt wurden.

Spontaneität geht verloren

Ganz anders wird die zweite Eigenproduktion «Fumigenes» aussehen, welche das Thema Kannibalismus behandelt und auch in Paris aufgeführt werden soll. Das dritte Theaterprojekt ist erst im nächsten Frühling geplant und befasst sich mit dem Thema der Geschlechterrollen.

Dieses wird bisher noch nicht finanziell getragen. «Wenn man für jedes Stück das Geld einzeln anfordern muss, kann man auch nicht mehr so spontan sein», sagt Stella. Daher verliere das Theater die Möglichkeit auf aktuelle Themen sofort einzugehen.

Trotz allem lässt sich die Gruppe aber nicht unterkriegen und bietet weiterhin ein vielseitiges Programm. Im November präsentiert die UnvermeidBAR ein Herbst-Fest, an dem vier Abende nacheinander volles Kulturprogramm mit Musik, Lesung und Tanz geboten wird.

Voller Tatendrang und motiviert plant die Truppe bereits unermüdlich weiter und möchte im nächsten Jahr ein Queerfestival im kleinen Rahmen für alle anderssexuellen Menschen auf die Beine stellen. «Die Idee wäre es überall in der Stadt kleine Stationen zu machen wo etwas läuft», sagt Stella Palino.

Premiere Theaterstück «Apropos»:
17. Oktober, 20.30 Uhr