Fussballnachwuchs
60 Kinder auf der Warteliste: FC Turgi sucht dringend neue Trainer

Der FC Turgi wird von Nachwuchsfussballern überrannt. Es gibt jedoch ein Problem: Trotz intensiver Suche hat der Verein nicht genügend Juniorentrainer. Aus diesem Grund müssen zahlreiche Kinder um die Durchführung ihrer Freizeitbeschäftigung bangen.

Rodrigo Cerletti/ArgoviaToday
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Der TC Turgi (blau) ist auf der Suche nach mehr Trainern.

Der TC Turgi (blau) ist auf der Suche nach mehr Trainern.

Luis Hartl

Seit mehr als 100 Jahren wird beim FC Turgi gekickt. Seitdem der Verein aber im vergangenen Jahr auf der Sportanlage Oberau spielt, rennen ihm Kinder und Jugendliche aus der Region die Türen ein. Im letzten Jahr konnte der Fussballclub innerhalb von drei Monaten etwa 150 Neuanmeldungen verzeichnen. Allerdings gab es nicht genügend Juniorentrainer, weshalb der FC Turgi rund 60 Nachwuchssportler auf die Warteliste setzen musste.

Auf den Start des neuen Schuljahrs möchten die Verantwortlichen aber keine Junioren mehr vertrösten müssen. Die Wartenden sollen ab August im Verein mitkicken dürfen. Der FC Turgi sucht jedoch immer noch verzweifelt nach neuen Trainern. «Mindestens einen Trainer mit Erfahrung oder der entsprechenden Ausbildung brauchen wir sicher», erzählt Diana Patrizio, Bereichsleitung Junioren FC Turgi, gegenüber ArgoviaToday. Zudem wäre der Verein um drei Co-Trainer froh.

Ausbildungskosten werden vom Verein übernommen

Für das Amt als Haupttrainer wird eine entsprechende Ausbildung vorausgesetzt oder es muss die Bereitschaft mitgebracht werden, diese noch zu absolvieren. Der Verein ist auch bereit, die Kosten für die Trainerausbildung zu übernehmen. Grundsätzlich brauche es aber vor allem Motivation und Freude an der Arbeit mit Kindern, so Patrizio weiter.

Der Trainermangel sei einerseits dadurch bedingt, dass der FC Turgi mit Neuanmeldungen überhäuft wurde. Andererseits liege es auch daran, dass fähige Trainer aufgrund von privaten oder beruflichen Verpflichtungen ihr Amt abgeben mussten. Aus diesem Grund sind die Verantwortlichen bereits seit Weihnachten auf der Suche nach geeigneten Trainern.

FC Turgi hat auch einen Plan B auf Lager

Die Bereitschaft ist laut Patrizio zwar da und es haben sich auch schon Interessenten gemeldet. Oftmals scheitere es aber daran, dass das Amt mit deren Arbeitszeiten nicht vereinbar sei. «Deshalb sind wir immer noch auf der Suche», so Diana Patrizio. Falls der FC Turgi bis im August nicht genügend Trainer anheuern kann, könnten zwar einige Vereinsmitglieder vorübergehend einspringen – aber das sei nur eine kurzfristige Lösung. Patrizio erklärt:

«Trainer werden immer gesucht und da sind wir beim FC Turgi auch nicht die einzigen.»

Tatsächlich beschäftigt das «Luxusproblem» auch den Aargauer Fussballverband AFV. Dessen Präsident Luigi Ponte hatte bereits vor einigen Wochen die Clubs aufgefordert, vermehrt Fusionen anzustreben, um damit Synergien nutzen zu können. Es fehlten einfach zu viele Trainerinnen und Funktionäre.

Viele unterschätzten, dass viel Arbeit mit diesem Amt verbunden ist, sagt Diana Patrizio. Trotzdem hofft sie, dass es wieder vermehrt Leute gibt, die sich freiwillig für Kinder und Jugendliche engagieren. «In einem Verein lernt man auch viele Sachen, die fürs Leben wichtig sind. So lernt man neben dem Fussballspielen den richtigen Umgang mit anderen Leuten, Verantwortung zu übernehmen oder diszipliniert zu sein.»

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