Der traditionelle Jodlerabend ist am vergangenen Samstag zum ersten Mal in der Mehrzweckhalle Brühl durchgeführt worden. «Diese grosse Halle ermöglicht uns, den Anlass an einem einzigen Abend durchzuführen», erklärte Urs Blickenstorfer vom Jodlerklub Horn Gebenstorf gegenüber der az. Die rund 500 anwesenden Jodlerfans füllten die 2013 eröffnete Mehrzweckhalle fast bis zur erlaubten Kapazität von 600 Personen. Kein Zweifel: Ein Jodlerabend ist auch heute in der Region Baden ein Publikumsmagnet. Und dies für ältere Leute wie auch Junge und Familien. Das weiss auch Urs Blickenstorfer: «Wir haben keinen überalterten Chor. Das jüngste Mitglied ist 30 Jahre alt. « Für eine Nichtjodlerregion wie Baden sei dies aussergewöhnlich, so Blickenstorfer nicht ohne Stolz.

So unterhalten die Gebenstorfer Jodler

So begeistern die Jodler aus Gebenstorf

Naturjodel mit Rap und Beatbox

Die Zuschauer, viele in Tracht gekleidet, sahen dann auch ein Programm, das nicht nur aus traditionellen Jodelliedern, sondern auch aus experimentellen Jodlereinlagen bestand. Der Jodlerclub Horn Gebenstorf mit seinen fast 30 Männern und Frauen begann mit besinnlichen Liedern, welche die heimatliche Gefühle besangen: «Dörfli bisch mis Glück, mis Hei, mir läbtig la di nid allei!» Durch das Jodelprogramm führte Franz Zihlmann aus Buochs, der mit Innerschweizer Schalk und bissigem Humor das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Sein bedächtiger Nidwaldner Dialekt tat das Übrige.

Slapstick am Jodlerabend

Der zweite Teil des Jodlerabends bestritt der hitzige Appenzeller Chor, der seinem Namen alle Ehre machte: Traditionelle Appenzeller Jodellieder wurden mit Beatbox und Rap vermischt. Und statt wie üblich im Halbkreis stramm und mit den Händen in den Taschen dazustehen, zeigten die fünf Männer und vier Frauen theatralische Einlagen und Slapstick. Die jungen Appenzeller zogen aber die Jodellieder nie ins Lächerliche, weil die ursprünglichen Melodien stets erkennbar blieben. So kam der Mix aus Naturjodel, Rap und Beatbox beim Gebenstorfer Publikum sehr gut an. Nach den hitzigen Appenzeller war aber noch lange nicht Schluss: Das Ländlerquartett Edelwyss sorgte noch bis zwei Uhr morgens für gute Stimmung. Nebst Kulturimporten wie etwa dem Oktoberfest kann ein Jodlerabend nach wie vor gut bestehen.