Wettingen

Tosender Beifall: Das Argovia Philharmonic begeistert am Neujahrskonzert

In der Wettinger Kirche St. Anton startete das Aargauer Orchester im Beisein von Landammann Markus Dieth fulminant ins neue Jahr.

«Politik und Musik haben vieles gemeinsam: Im Einwohnerrat, Grossen Rat oder auch Regierungsrat – wie eben auch im Orchester – muss man gegenseitig gut aufeinander hören. Auch auf die leisen Töne muss man achten. Als Landammann und als Finanzdirektor liegt mir in der Politik – genauso wie Marc Kissóczy mit dem Argovia Philharmonic – die Gesamtansicht und das positive, kraftvolle und zielgerichtete Zusammenwirken am Herzen.»

Mit solchen Sätzen ging der frischgebackene Landammann Markus Dieth wunderbar auf den Anlass seines ersten offiziellen Auftritts ein: Am Wettinger Neujahrskonzert schloss er mit der Aufforderung: «Lassen Sie sich am heutigen Abend treiben, geniessen Sie!»

Das liessen sich die Besucherinnen und Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche St. Anton nicht zweimal sagen. Das Argovia Philharmonic und sein traditioneller «Neujahrs»-Dirigent Kissóczy haben zum 26. Mal einen bunten Reigen beliebter Ohrwürmer zusammengestellt, die zu einem Neujahrskonzert gehören wie das Amen zur Kirche: Walzer, Märsche, Polkas, Operettenouvertüren. Das Publikum schwelgte.

Zu den österreichischen und ungarischen Komponisten gesellte sich mit Jacques Offenbach und seiner Ouvertüre zu «Orpheus in der Unterwelt» nicht nur ein Franzose; auch ein Italiener und ein Amerikaner waren vertreten, deren Musik den beiden Solisten beste Gelegenheiten bot, ihr Können ins beste Licht zu rücken: Die Mezzosopranistin Josy Santos und der Bariton Eugene Villanueva liessen denn auch keine Wünsche offen.

Es war ein begeisterndes Erlebnis, den Stimmen dieser beiden jungen Künstler zu lauschen – deren Leichtigkeit, eindrücklichem Volumen und facettenreichem Timbre. Mit ihren lupenreinen hohen Tönen wechselt die Brasilianerin problemlos vom Mezzo ins Sopranfach, während die samtigen Töne des Amerikaners mühelos auch Basstiefen erreichen.

Ihre Vielseitigkeit stellten Josy Santos und Eugene Villanueva ganz besonders in den Duetten unter Beweis. Ebenso in «Là ci darem la mano» aus Mozarts «Don Giovanni», wie als Figaro und Rosina aus Rossinis «Il Barbiere di Siviglia» und mit Lehárs herrlich schmelzendem Hit «Lippen schweigen».

In Solo-Auftritten erfreute die Mezzosopranistin als Prinz Orlowsky, der in Johann Strauss Sohns «Die Fledermaus» sich gern Gäste einlädt. Bariton Villanueva seinerseits schlüpfte mit einem reizvollen Song in die Rolle des Sir Lancelot in Frederick Loewes Musical «Camelot».

Das Entzücken der Besucher über die beiden Gesangskünstler schlug sich am Ende des Neujahrskonzerts in langem und intensivem Applaus nieder. Mit solchem bedankte sich das Publikum ebenso bei den Musikern, Musikerinnen und Dirigent Kissóczy: Mit einem Feuerwerk von Spielfreude, temporeich und zugleich feinsinnig haben sie den Besuchern zum 26. Mal einen tief beglückenden Berchtolds-Abend geschenkt.

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