Fröhlich schnatternd watschelte heute Mittag eine Entenfamilie über die Terrasse des BT-Hauses in Baden, sehr zur Überraschung der Redaktion, die im Sonnenschein gerade ihr Mittagessen einnahm. Schnell fiel aber auf, dass Mama Ente wohl alles andere als fröhlich war. Sie hatte sich und ihre elf Küken nämlich in eine sehr missliche Lage gebracht.

Die ausgewachsene Ente hatte sich die Grasflächen der Terrasse als Brutplatz ausgesucht. Nur dumm, dass sich die Terrasse im 2. Stock des Gebäudes befindet und die Tiere somit gefangen waren. Gleichzeitig war aber auch genau diese Tatsache ihr Glück.

Die tierische Rettungsaktion auf dem Dach des BT-Hochhauses in Bildern: 

Denn hätte die Familie die Terrasse verlassen können, hätte sie sich wohl oder übel auf einer stark befahrenen Strasse wiedergefunden. Also gut, konnten die Jungen noch nicht fliegen: "Enten sind sogenannte Nestflüchter", erklärt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. "Das heisst, sie können gleich nach dem Schlüpfen sehen und gehen, tragen ein Daunenkleid und verlassen das Nest. Flügge werden sie aber erst im Alter von etwa acht Wochen." Die Terrasse auf eigene Faust - oder eben Flügel - wieder zu verlassen, stand für die tierische Familie folglich ausser Frage.

Verzweifelt drehte die Mama also ihre Runden, bis drei alarmierte Jagdaufseher aus der Region eintrafen. Die konnten die Familie aus ihrer unglücklichen Lage befreien. Mit geschickten Händen und mithilfe eines Netzes fingen die drei Männer zuerst das Muttertier, dann die Jungen ein. Wäre Mama Ente beim Rettungsversuch nämlich davongeflogen, wären ihre Jungen in eine Tierauffangstation gekommen. So aber sind sie nun unterwegs an den Dättwiler Weiher, wo sie sich hoffentlich von ihrem holprigen Start ins Leben erholen können. Bleibt zu hoffen, dass sich die Kleinen im Erwachsenenalter einen etwas geschickteren Ort zum Brüten ihres Nachwuchses aussuchen.