Hochbauarbeiten

Thermalbad Baden: Ab Montag gehts richtig los – Kritik wegen Baustelle

Von der Ennetbadener Seite wird man den Bau-Fortschritt des Botta-Bades am besten verfolgen können.

Nächste Woche beginnen in Baden die Hochbauarbeiten – kritische Stimmen monieren ungenügenden Zugang zur Baustelle.

Der Neubau des Thermalbades von Mario Botta hat eigentlich schon zwei Spatenstiche erfahren. Den ersten Anfang 2017, als es mit den Abbrucharbeiten des Römerbades, des «Staadhofs» und der Trinkhalle losging. Den zweiten im Frühling letzten Jahres, als der offizielle Spatenstich – auch für den Bau der Gesundheitsklinik und des Ärztehauses – feierlich begangen wurde.

Doch eigentlich müsste der richtige Spatenstich kommenden Montag erfolgen, wird dann doch der Hochbau –  also der eigentliche Bau –  des neuen Thermalbades in Angriff genommen. Endlich, ist man geneigt zu sagen. Denn seit der Rückbau des alten Thermalbades und des Parkhauses letzten Herbst beendet wurde, ruhten die Arbeiten mehr oder weniger. Grund waren «unerwartete Materialfunde» und «neue geologische Befunde». Dies wiederum hat zur Folge, dass das Thermalbad nicht wie geplant im Herbst 2020, sondern erst ein Jahr später eröffnen wird.

«Bedauerlich, wird die Baustelle nicht besser zugänglich gemacht»

Ab Montag also wird täglich zu beobachten sein, wie das neue Bad langsam Formen annimmt. Doch hierfür muss man wissen, von wo man den besten Blick auf die Baustelle hat, was aufgrund der etwas abgelegenen Lage gar nicht so einfach ist. «Ich finde es sehr bedauerlich, wird die Baustelle nicht besser zugänglich gemacht und somit dieser historische Anlass – der Neubau eines Bades mit kulturhistorischem Charakter – der Bevölkerung nicht besser verkauft», sagt CVP-Einwohnerrätin Sarah Wiederkehr. Sie war es, die bereits letzten Sommer mit einer Anfrage an den Stadtrat gelangte. Einerseits störte sie sich daran, dass das Bäderquartier faktisch von der Aussenwelt abgeschnitten wurde. Andererseits bemängelte sie, dass die Baustelle nicht besonders besucherfreundlich sei. «Jetzt hat man so viele Jahre auf dieses Projekt gewartet und hingearbeitet, und nun, wo es mit dem Bau endlich losgeht, wird die Bevölkerung nicht gross miteinbezogen. Das ist wirklich schade», so Wiederkehr.

Sie hoffe sehr, die Stadt und die federführende Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden» würden sich diesbezüglich noch etwas einfallen lassen. «Als Vorbild könnte durchaus die Baustelle beim Schulhausplatz (2015 bis 2018) dienen, wo es unter anderem auf verschiedenen Höhen Gucklöcher gab, sodass jedermann Einblick in die Baustelle hatte.» Aus Wiederkehrs Sicht wäre es auch eine super Chance, jetzt schon Marketing für das künftige Bad zu betreiben. «Im Moment deuten einzig ein paar Kranen und ein paar Informationstafeln darauf hin, dass ein Jahrhundertprojekt realisiert wird. Das genügt meiner Meinung nach nicht», betont Wiederkehr.

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«Keine kritischen Stimmen mehr»

«Wir sind uns der Bedeutung des neuen Thermalbades – nicht zuletzt für die Badener Bevölkerung – sehr wohl bewusst», sagt Marc Bertschinger, seit Anfang Jahr CEO des Thermalbades Baden. Er selber verspüre eine grosse Aufbruchstimmung. «Mit dem Beginn der Hochbau-Arbeiten werden die letzten kritischen Stimmen verstummen, die nicht mehr daran geglaubt haben, dass das neue Thermalbad gebaut wird.»

Auch Peter Albiez, Leiter Marketing bei der Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden», unterstreicht, dass man absolut daran interessiert und bestrebt sei, Interessierten den Zugang zur Baustelle zu gewährleisten. «Das Ganze gestaltet sich im Bäderquartier aber ziemlich komplex», sagt Peter Albiez. «So gilt es nicht nur, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen, sondern insbesondere sind auch Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen.» Man werde aber prüfen, die Baustellen-Inszenierung noch besser zu gestalten. «Den absolut besten Blick auf die Baustelle hat man aber zweifelsohne von der Ennetbadener Seite», so Albiez. Wer sich darüber hinaus über die Bäder und das Bauvorhaben informieren wolle, dem stünde das Infocenter im ehemaligen Inhalatorium zur Verfügung.

Baustellenführungen angedacht

Und wie beurteilt die Stadt Baden die Situation? «Das Badener Thermalwasser ist einzigartig sowie identitätsstiftend und dessen Verfügbarkeit seitens der breiten Öffentlichkeit sehr gefragt; das Interesse an der Entwicklung der Bäder deshalb allseits gross», sagt Projektleiterin Katrin Reimann. Zusammen mit der Bauherrschaft werde derzeit geprüft, wann, in welcher Form und in welchem Umfang Baustellenführungen möglich sind. «Hier sind organisatorische und insbesondere sicherheitsrelevante Aspekte massgebend», sagt Reimann.

Ergänzend dazu seien abhängig des Baufortschritts und der Bauetappen im öffentlichen Raum auch entsprechend spezifische Stadtführungen angedacht. «Im bereits vorhandenen Infocenter möchten wir – die Stadt und die Bauherrschaft – zudem zunehmend ebenfalls weitere Informationen über den Baufortschritt als auch die zukünftigen Angebote in den Bädern zur Verfügung stellen», so Reimann.

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