«I Love Baden» hiess es an einem Samstagabend im März im Badener Jugendkulturlokal Werkk. Jugendliche ab 16 Jahren schwangen das Tanzbein zu Hip-Hop- und Reggaeton-Klängen und feierten bis in die frühen Morgenstunden. Die monatlich stattfindende Party war in ihrer Frühjahrsausgabe gut besucht: Über 300 Personen durften die Werkk-Betreiber begrüssen.

Nur wenig Liebe schlug im Nachgang aber den Eintrittspreisen entgegen. 20 Franken kostete ein Eintritt an der Abendkasse. Zu viel, so das Echo einiger Leser, die sich bei dieser Zeitung gemeldet haben. Es sei «unverständlich», wenn ein Jugendlokal gleich hohe Eintrittspreise verlange wie die Kiste und das Nordportal in Baden oder Klubs in der Stadt Zürich. Diese würden sich immerhin an Erwachsene ab 18 oder 21 Jahren richten, nicht an 16-Jährige, die gerade am Anfang ihrer Lehre stünden oder gerade mit einer weiterführenden Schule begonnen hätten – und daher meist kein festes Einkommen besitzen.

«Ein Kinoeintritt kostet 17 Franken»

Das Werkk wird nicht auf privater Basis betrieben, sondern ist Teil der städtischen Kinder- und Jugendanimation. Als Solches liegt das Lokal in der Verantwortung der Stadt Baden. Ist ein Preis von 20 Franken für die Party in einem städtischen Jugendlokal vertretbar? David Müller, Leiter der Fachabteilung Gesellschaft, ist von den Rückmeldungen überrascht. «Bislang haben wir noch keine Beanstandungen zu diesen Eintrittspreisen erhalten.» Der Preis der «I-Love-Baden»-Party sei zudem zu relativieren, weil der Eintritt in der ersten halben Stunde kostenlos gewesen sei und die Tickets mittels Anmeldung über die Homepage des Veranstalters 15 Franken kosteten. Lediglich vor Ort lag der Eintritt an der Abendkasse bei 20 Franken. «Zum Vergleich: Ein Kinoeintritt kostet mit 17 Franken nur unwesentlich weniger.»

Die Preise würden vom Werkk zusammen mit den Veranstaltern aufgrund dreier Kriterien festgelegt, erklärt Müller. Die da wären: der städtische Leistungsauftrag, die Gestehungskosten sowie das Marktumfeld. «Besonders der letzte Punkt ist auch für eine städtische Institution wie das Werkk sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus politischer Sicht ein wichtiger Faktor.» Auf der Ausgabenseite stehen Kosten für Künstlergagen, Promotionsauslagen sowie Aufwände für Technik, Unterhalt und Miete zu Buche – diese variieren von Event zu Event. Bei 40 bis 50 Konzerten, 30 bis 40 Partys sowie knapp 30 Kleinkunstveranstaltungen ergeben sich dadurch unterschiedliche Preiskategorien. «Es gibt Angebote, die kostenlos sind, Partys und Konzerte mit günstigem Eintritt und dann eben Veranstaltungen mit Eintritten zwischen 15 und 25 Franken.» Es werde aber stets darauf geachtet, dass alle Angebote für die Zielgruppe, nämlich die 16- bis 25-Jährigen, zu stemmen sind, betont Müller. So auch die «I-Love-Baden»-Party.

Keine Bereicherung für die Stadt

Bereichern könnten sich weder die Stadt noch die Veranstalter an solchen Partys, wie Müller weiter sagt.

Für jede Veranstaltung gebe es einen Verteilschlüssel, der von Mal zu Mal variiere. «Im vorliegenden Fall erhält der externe Mieter sämtliche Einnahmen der Tickets und bezahlt damit die Künstlerkosten, die Promotion sowie die Raummiete inklusive Technik und Sicherheit.» Mieter, das ist im Fall der «I-Love-Baden»-Party die Agentur «Hype Events» aus Zürich. Also doch Zürcher Verhältnisse beim Badener Werkk? Müller verneint, und hält fest, dass sich das Werkk zum Ziel gesetzt habe, vor allem Künstler aus der Region zu fördern. «Gut die Hälfte der Künstler kommt aus dem Aargau.» Das Konzept komme bei den Jugendlichen gut an, sagt Müller. Das spiegle sich auch in den aktuellen Besucherzahlen wider.

2016 und 2017 hat man das jährliche Budget noch leicht unterschritten, momentan verzeichne man einen positiven Trend. Müller weiss wieso: «Es hat einige Zeit gedauert, bis sich die Leute daran gewöhnt haben, dass es das Merkker nicht mehr gibt.» Jetzt sei man drauf und dran, das Werkk als Nachfolger am neuen Standort zu etablieren.