Birmenstorf
Tempo 30 in Quartieren hat Priorität – der Kanton will aber gute Gründe dafür

Der Gemeinderat will mehr Zonen mit Tempolimit 30 km/h. Einige Gesuche werden bewilligt. Der Kanton lehnt aber auch Anfragen aufgrund von Messresultaten ab: Die im voraus gemessene Fahrzeugmenge und die Geschwindigkeit sind ausschlaggebend.

Pirmin Kramer
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Der Kanton hat grünes Licht gegeben: In Birmenstorf werden neue Tempo-30-Zonen geschaffen.

Der Kanton hat grünes Licht gegeben: In Birmenstorf werden neue Tempo-30-Zonen geschaffen.

AZ

Auf einigen Quartierstrassen Birmenstorfs darf bereits seit fünf Jahren nur noch mit 30 Stundenkilometern gefahren werden, insbesondere bergseits der Hauptstrasse. Nun beabsichtigt der Gemeinderat, auch in Quartieren auf der Talseite das Tempolimit 30 einzuführen.

Der Kanton hat grünes Licht gegeben für Tempo-30-Zonen im Weiler Oberhard, auf der Mellingerstrasse sowie der Fellstrasse und Lindächerstrasse. «Anwohner dieser Strassen waren auf den Gemeinderat zugekommen und haben das Anliegen deponiert, auch in ihren Quartieren die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern einzuführen», sagt Gemeindeschreiber Stefan Krucker.

Je nach Verlauf der Bewilligungsverfahrens rechnet der Gemeinderat mit einer Umsetzung bis spätestens im Herbst dieses Jahres. Ende April sollen die Gesuche öffentlich aufgelegt werden.

Massnahmenplan Steigerung Verkehrssicherheit

Seit 2008 existiert in Birmenstorf ein Massnahmenplan zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Das Tempolimit 30 km/h in Wohnquartieren einzuführen, zähle dabei zu den wichtigsten Massnahmen, erklärt Krucker.

Nicht auf allen gewünschten Strassen darf der Gemeinderat nun aber die erlaubte Höchstgeschwindigkeit senken. In Müslen gilt auch künftig Tempo 40. Der Kanton sah die Voraussetzungen für eine ‹Zonensignalisation 30› unter anderem aufgrund der Messresultate von Fahrzeugmenge und -Geschwindigkeiten als nicht gegeben.

Auf der Widegass hätte der Gemeinderat sogar die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern sowie ein Parkverbot ausserhalb markierter Parkplätze einführen wollen.

Die Idee war, eine sogenannte Begegnungszone zu schaffen. «Im Gutachten konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Situation für Fussgänger vor dem Schulhaus Widegass durch eine solche Zone verbessert werden kann», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. «Der Gemeinderat nimmt diese Einschätzung vorerst zur Kenntnis, kommt aber allenfalls nochmals darauf zurück, wenn die Neugestaltung für den Pausenplatz des Schulhauses Gestalt angenommen hat.»

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