War bei den Einwohnerratswahlen 2009 noch die SVP mit drei Sitzgewinnen die grosse Gewinnerin, darf sich vier Jahre später das linke Lager im Badener Einwohnerrat freuen. Das team baden kommt neu auf neun Sitze und ist somit zusammen mit den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft in der Legislative. Gleichzeitig bleibt die FDP mit zehn Sitzen zwar wählerstärkste Partei, doch der leichte Abwärtstrend hält mit einem weiteren Sitzverlust an.

Was sind die Gründe für das gute Resultat des teams? Gewiss hat die Partei von einer starken Liste Profit geschlagen. Doch eben so wahrscheinlich ist, dass das team von ihren beiden Exponenten im Stadtrat profitiert hat. Denn auch bei den Exekutivwahlen erzielten Stadtammann Geri Müller und Stadträtin Ruth Müri Glanzresultate. Im Sog von Müller und Müri konnten die team-Kandidaten nun auch im Einwohnerrat zulegen.

Was bedeutet das für die kommenden vier Jahre? Auch wenn die Kräfteverhältnisse im Rat nur marginal verschoben sind – die Grünen verloren einen Sitz – so kann doch festgehalten werden: Für einen links-grünen Entscheid braucht es künftig nur noch wenige CVP-Stimmen. Mit anderen Worten: Nach dem gestrigen Wahl-Sonntag ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass linke Anliegen oder Vorstösse eine Mehrheit im Ratsaal finden.

Und noch eine Feststellung zum Schluss: In der letzten Legislatur hatte der Einwohnerrat sage und schreibe 20 Demissionen zu verkraften. Am gestrigen Wahlsonntag standen nun lediglich fünf neu Gewählte einer Abwahl gegenüber. Es besteht also berechtige Hoffnung, dass im Einwohnerrat wenigstens in dieser Hinsicht wieder für Kontinuität gesorgt ist.