Rund 900 Gäste strömten am Montagabend in die Badener Trafo-Hallen. Zum 18. Mal fand der Talk im Trafo statt. Gastgeber Andreas Binder von Binder Rechtsanwälte sagte zur Begrüssung, er sei buchstäblich überwältigt von dem grossen Interesse. Man habe mit dem diesjährigen Referenten, dem Philosophen Wilhelm Schmid, offenbar den Nerv der Zeit getroffen.

Thema des Abends war die Gelassenheit. Schon vorweg versprach Binder mit einem Augenzwinkern, er werde im Anschluss an Schmids Vortrag noch Tipps geben, wie man sich während des anschliessenden Stehdinners in Raum und Zeit bewegen solle, um gelassen durch die dicht gedrängten Trafo-Hallen zu kommen.

Binder warf auch einen Blick zurück auf die mittlerweile lange Reihe von Talkveranstaltungen. Angefangen hat die Serie im Jahr 2000 – damals noch mit weniger Gästen und im alten Kursaal im Badener Stadtcasino.

Glück, Liebe und Gelassenheit

Der diesjährige Gast Wilhelm Schmid referierte eloquent und mit feinem Humor über die Gelassenheit. Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin und lehrt unter anderem an der Universität Erfurt. Daneben ist er auch ein äusserst erfolgreicher Buchautor. Seine Werke «Glück», «Liebe» und «Gelassenheit» – und viele weitere mehr – wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Während zehn Jahren arbeitete er zudem als philosophischer Seelsorger am Spital Affoltern am Albis.

In zehn Schritten erklärte Schmid den Gästen den Weg zu mehr Gelassenheit und Lebenslust. Nach seinem Referat mischte er sich unter die Zuhörer und diskutierte mit ihnen weiter bis in die späten Abendstunden. Unter den Gästen waren die Regierungsräte Urs Hofmann und Markus Dieth, mehrere ehemalige und aktive Nationalräte, Ständeräte und Bundesrichter, die Badener Kino-Familie Sterk, der Schriftsteller Klaus Merz, Badens alt Stadtammann Josef Bürge, NAB-CEO Roland Herrmann und nicht zuletzt zahlreiche Juristen und Ökonomen, darunter der HSG-Professor Thomas Geiser.

Der Wein des Abends kam vom Weingut zum Sternen in Würenlingen, vom Winzer und neuen CVP-Grossrat Andreas Meier. Zu später Stunde gab es dann Wurst und Bier. Die grosse Gästeschar speiste, trank und genoss – und war dabei ganz gelassen.