Wettingen
Tägi-Abstimmungsgegner versöhnen sich: Wieso kommt neues Projekt gut an?

Der Wettinger Souverän hat im September 2012 ein 85-Millionen-Projekt für die Sanierung des Sportzentrums Tägi abgelehnt. Nun gibt es ein abgespecktes Sanierungsprojekt, das bei ehemaligen Gegnern gut ankommt. Wieso das?

Dieter Minder
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Die Variante zwei mit den neuen Eisfeldern hellgrün und dem Dach über einem Eisfeld grün.

Die Variante zwei mit den neuen Eisfeldern hellgrün und dem Dach über einem Eisfeld grün.

Zur Verfügung gestellt

Im September 2012 standen sich die Pro Tägi und die IG Wettingen noch fast unversöhnlich gegenüber: Die Pro Tägi kämpfte für, die IG Wettingen gegen die geplante, rund 85 Millionen Franken teure Sanierung des Sportzentrums Tägi. Bei der Volksabstimmung am 12. September 2012 hat die IG Wettingen gesiegt. Jetzt, im zweiten Planungsanlauf, haben sich die beiden gefunden. Beide stützten die Variante zwei des vom Gemeinderat präsentierten zweiten Projektes.

Die drei Varianten zur Auswahl

Basierend auf dem abgelehnten Projekt liess der Gemeinderat ein neues Sanierungsprojekt für das Tägi ausarbeiten. Nun hat er drei Varianten präsentiert. Bei allen drei wird der Bereich Gastronomie und Saal saniert und der Eisbereich erneuert. Die Variante eins sieht zudem ein Dach für eines der Eisfelder vor. Sie würde rund 35 Millionen Franken kosten. Variante zwei für rund 47 Millionen Franken enthält zusätzlich einen zentralen Eingangsbereich, ein Kinderplanschbecken und eine neue Sauna über dem Restaurantbetrieb. Das Personalhaus würde abgerissen. Die Variante drei entspricht der Variante zwei, wobei eine Eishalle errichtet würde. Dies würde gegen 54 Millionen Franken kosten. (dm)

Nachdem das erste Ausbau- und Sanierungsprojekt an der Urne gescheitert war, lancierte der Gemeinderat zuerst eine breit abgestützte Umfrage, um die Ablehnungsursache zu ergründen. Sie ergab, dass die Wettingerinnen und Wettinger im Tägi vor allem Eis- und Schwimmsport betreiben wollen. Darauf stiess er die Planung neu an und setzte eine Begleitkommission ein. Neben den Behörden gehören ihr Vertreter der IG Wettingen, der Pro Tägi sowie der Einwohnerratsfraktionen an.

Am Donnerstag soll der Einwohnerrat dem Projektierungskredit von 3,32 Millionen Franken zustimmen. Noch in diesem Jahr sollen dann die Stimmberechtigten darüber entscheiden. Kommt es zu keinen Verzögerungen, sollte das erneuerte Tägi 2019 eröffnet werden.

Für Patrick Bürgi erfüllt die Variante zwei die zentrale Forderung der Pro Tägi: «Wir wollen ein Tägi für alle.» Die Pro Tägi haben den Volkswillen zur Kenntnis genommen und setze sich für die Variante zwei ein. Das Projekt erfülle alle Bedürfnisse. Mit dem Kinderplanschbecken im Hallenbad werde den Familien etwas geboten: «Das hat bisher im Hallenbad ganz gefehlt.» Zentral ist für Bürgi auch, dass der Projektierungskredit dem obligatorischen Referendum unterstellt wird.

«Wir ermuntern den Einwohnerrat, der Variante zwei zuzustimmen», sagt Bruno Wolf, der heutige Präsident der IG Wettingen. Zugleich schränkt er aber ein: «Sollte der Rat eine Eishalle beschliessen, würden wir die Situation neu beurteilen.»

Für Daniel Notter, den früheren Präsidenten der IG Wettingen ist besonders positiv, dass die Begleitkommission sehr konstruktiv gearbeitet habe: «So haben wir ein mehrheitsfähiges Projekt erhalten.» Er ist überzeugt, dass der vorliegende Vorschlag alle Bedürfnisse der Wettinger Bevölkerung erfüllt. Als besonderen Mehrwert bezeichnet er den zentralen Eingang, die neue Sauna und das Kinderplanschbecken. Denn mehrfach habe sich gezeigt, dass eine Eishalle in Wettingen nicht mehrheitsfähig wäre. Im ursprünglichen Projekt war sie so konzipiert, dass dort auch andere Anlässe hätten stattfinden können.