Ehrendingen

Support für Autobahn-Prügler: «Der Mann hat weitere Chancen verdient»

Zweikampf auf der Autobahn A1: Überholmanöver endet in Handgemenge

Zweikampf auf der Autobahn A1: Überholmanöver endet in Handgemenge

Auf der Autobahn A1, Höhe Luterbach, kam es zu einem Zweikampf zwischen zwei Autofahrer. Begonnen hat alles mit einem Überholmanöver.

Nach seinem Wutausbruch auf der Autobahn verzichtet ein Mann auf die Stelle als Kindergarten-Schulleiter in Ehrendingen. Nun äussert sich Beat Petermann, Präsident des Aargauer Schulleiterverbands, über den Autobahn-Prügler.

Der Mann, der letzte Woche auf der Autobahn ausrastete, zeigte sich einsichtig und erklärte von sich aus, die Stelle als Kindergarten-Schulleiter in Ehrendingen nicht anzutreten. Dies lässt die Schulpflege verlauten.

Beat Petermann, Präsident des Aargauer Schulleiterverbands, sagt nun dazu: «Ich habe das Video gesehen, so wie wohl auch viele Eltern in Ehrendingen. Dass der Mann auf den Stellenantritt verzichtet, ist wohl der richtige Entscheid. Aber ich finde, er hat weitere Chancen verdient. Er hat einen Fehler gemacht, aber nicht in der Schule. Ein Berufsverbot ginge viel zu weit.».

«Gute Schulleiter zu finden, ist schwierig»

In Ehrendingen hat sich die Diskussion verlagert: Im Zentrum steht nicht mehr bloss der Vorfall, sondern auch die Frage, warum die Schulpflege den Mann angestellt hat. Denn laut Medien­berichten soll er bereits in Full-Reuenthal Mühe gehabt haben, sein Temperament zu zügeln. Die Ehrendinger Schulpflege äussert sich nicht zum Anstellungsverfahren. Darum die Frage an Beat Petermann: Wie schwierig ist es, gute Schulleiter zu finden?

Seine Antwort: «Schwierig. Die Problematik ist dieselbe wie bei den Lehrpersonen. Ich hoffe, dass der Job des Schulleiters durch die Revision des Lohnsystems, über die der Grosse Rat noch dieses Jahr abstimmt, künftig noch attraktiver wird, und sich dadurch der Markt vergrössert.» Zudem sollen Lehrpersonen schrittweise den Sprung zum Schulleiter machen können, und nicht von einem Moment auf den anderen eine ganz neue Tätigkeit ausüben. Eine Entspannung könnten die neuen Führungsstrukturen bringen, die der Schulleiterverband anstrebt, so Petermann.

Die Qualität der Schulleiterinnen und Schulleiter im Aargau sei in der Breite gut, so Petermann. «Schwarze Schafe gibt es aber überall. Umso wichtiger ist es, dass die Schulpflegen genügend Referenzen einholen und sich ein Bild von den beruflichen und charakterlichen Qualitäten machen.» Man muss nicht Pädagoge sein, um Schulleiter zu werden, es gebe darum immer wieder Quereinsteiger. Voraussetzung sei eine zwei Jahre dauernde berufsbegleitende Ausbildung. «Der Job des Schulleiters ist anspruchsvoll. Man muss sich in allen Bereichen auskennen, um die operative Führung der Schule übernehmen zu können.» Der Mann, der auf die Stelle in Ehrendingen verzichtet, war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

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