Baden

Strengere Regeln gefordert: Wildparkieren sorgt in Baden für grossen Unmut

Im Kappelerhof herrscht, wie hier auf der Fluhmattstrasse, Wildparkiererei. Wenn sich zwei Autos kreuzen, muss eines aufs Trottoir ausweichen. -rr-

Im Kappelerhof herrscht, wie hier auf der Fluhmattstrasse, Wildparkiererei. Wenn sich zwei Autos kreuzen, muss eines aufs Trottoir ausweichen. -rr-

In Baden wird wildparkiert. Besonders im Kappelerhof wartet man auf ein strengeres Parkplatz-Regime. Eine Verkehrsgruppe hat das Anliegen nun aufgenommen.

Das Thema «gratis Parkieren» gibt nicht erst seit der Geschichte um die Parkier-Gewohnheiten der Badener Team-Einwohnerrätin Susanne Slavicek zu reden (wir berichteten).

In mehreren Quartieren taucht das Thema immer wieder auf. Besonders im Kappelerhof beklagt man sich, dass diverse Quartierstrassen tagsüber von wild parkierenden Pendlern oder des Nachts von Anwohnern als «Laternen-Garagen» benutzt würden.

Es muss etwas getan werden

«Unsere Verkehrsgruppe hat das Anliegen aufgenommen und schon gegenüber der Stadt vertreten», sagt Cornelia Haller, Präsidentin des Quartiervereins.

Sie weiss, dass man im oberen Kappelerhof schon von privater Seite mit Vorstössen an die Stadt gelangt sei. «Auch im unteren Kappelerhof, insbesondere auf der Fluhmattstrasse und quer dazu auf der Stockmattstrasse hat die wilde Parkiererei in jüngster Zeit zugenommen», erklärt Haller, und zwar so, dass sogar die Fussgänger dadurch gefährdet würden.

Weniger Probleme bekundet man in Dättwil. Doch auch auf der Pilgerstrasse habe man schon Fremdparkierer festgestellt, fügt René Mäder, Präsident des Dorfvereins an. Weitgehend zufrieden mit der Situation ist man nur im Chrüzliberg-Quartier.

Laut Ruth Sulzer, Präsidentin des Quartiervereins, führt die Stadtpolizei dort regelmässig Kontrollen durch. Einzig an der Brunnmattstrasse stelle man ab und zu Fremdparkierer fest.

In den Vor- und Innenstadt-Quartieren herrscht allerdings ein strenges Parkregime: Für Anwohner kostet eine Parkkarte je nach Zone 480 beziehungsweise 360 Franken im Jahr. Auf öffentlichen Parkplätzen wird eine Gebühr verlangt, deren Höhe von der Zentrumsnähe abhängig ist.

Handlungsbedarf erkannt

Das geltende Parkierungsreglement stammt aus dem Jahr 2002 und ist mehrmals leicht angepasst worden. Im kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) wird bei der Parkraumbewirtschaftung Handlungsbedarf festgestellt. Das Langzeit- und Fremd-Parkieren bei Ladengeschäften und in Wohngebieten will die Stadt künftig vermeiden. «Im urbanen Raum soll das Parkieren grundsätzlich nicht gratis sein», heisst es weiter. Das bedeutet, dass auch mit dem Laternen-Parkieren in absehbarer Zeit Schluss sein wird. Wann, wie und ob das der Fall sein wird, ist noch ungewiss. «Diese Fragen sind momentan Gegenstand der politischen Diskussion. Deren Ausgang kann zu Anpassungen der Parkraumbewirtschaftung führen. Andere Strassenprojekte haben derzeit jedoch höhere Priorität», lautet die Antwort von Stadtrat Matthias Gotter.

Das KGV ist im Dezember 2012 verabschiedet worden und zusammen mit der jüngsten Revision der Bau- und Nutzungsordnung seit Februar dieses Jahres in Rechtskraft. Darin steht, dass die Gebührenverordnung und das Parkierungsreglement angepasst werden müssen. Es sollen auch die Parkraumzonen angepasst und die Bevorzugung der Anwohner (zum Beispiel mit einer Parkkarte gegen Jahresgebühr) sichergestellt werden.

In den Regionsgemeinden wird die Parkraumbewirtschaftung unterschiedlich gehandhabt. In Wettingen sowie in andern wenigen Gemeinden müssen für das Laternen-Parkieren Parkkarten gelöst werden. In Obersiggenthal nehme man die Parkraumbewirtschaftung an die Hand, auch, weil sich Reklamationen häufen würden, heisst es bei der Gemeinde.

Den Kommentar zu diesem Thema lesen Sie hier.

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