Regionales Pflegezentrum Baden

Streit um 140-Millionen-Projekt: Linksliberale fordern Grünflächen statt Parkplätze

140 Millionen Franken teuer:  Das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) soll erweitert werden..

140 Millionen Franken teuer: Das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) soll erweitert werden..

Die Erweiterung des Regionalen Pflegezentrums sorgt nichts erst seit Kurzem für Diskussionen. Grünfläche statt Parkplätze fordert nun das linksliberale Team Baden beim 140-Millionen-Projekt. «Polemik», sagt wiederum der Pflegenzentrum-Direktor.

140 Millionen Franken kostet die Erweiterung des Regionalen Pflegezentrums Baden (RPB). Das Baugesuch wurde Mitte Juni publiziert. Doch es gibt Kritik: Erst haben Anwohner angekündigt, Einsprachen einzureichen. Das Areal von grossem ökologischem Wert werde massiv verkleinert. Und die Gebäudehöhe müsse reduziert werden (AZ vom 21. Juli). Neu gibt es auch Widerstand aus der Politik: Vertreter des linksliberalen Teams Baden haben eine Dringliche Anfrage beim Stadtrat eingereicht. Ihre Forderung: «Grünfläche statt Parkplätze.»

Die Anfrage richtet sich an den Stadtrat, weil das Regionale Pflegezentrum 2015 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, mit der Stadt als Alleineigentümerin. «Der Umgang der neuen Aktiengesellschaft mit dem ihr anvertrauten öffentlichen Raum ist inakzeptabel», finden Fritz Bosshardt und Benjamin Steiner – der im Herbst für den Stadtrat kandidiert – deutliche Worte.

Durch die höhere Verdichtung auf dem Areal des Regionalen Pflegezentrums gehe ein grosser Teil der heute grosszügigen Parkfläche verloren. «Anstatt den verbleibenden Freiraum als Grünfläche zu erhalten, werden zusätzliche 44 oberirdische Parkplätze erstellt», kritisieren sie.

«Nicht mehr zeitgemäss und verpasste Chance»

Die Team-Politiker fragen in ihrem Vorstoss: «Teilt der Stadtrat die Meinung, dass die Erstellung eines oberirdischen Parkfeldes mit 44 Parkplätzen nicht zeitgemäss ist und eine verpasste Chance darstellt, in diesem Gebiet einen Teil der durch das Projekt verloren gegangenen Grünfläche zu kompensieren?

Gebaut wird auch eine unterirdische Garage mit 113 Parkplätzen für Beschäftigte und Bewohner. «Würde es der Stadtrat begrüssen, wenn statt der oberirdischen Parkfelder weitere Parkplätze in einer Tiefgarage erstellt werden?», lautet eine weitere Frage im Vorstoss.

Stadtrat soll korrigierend einwirken

Baden habe dieses Jahr den Wakker-Preis des Heimatschutzes erhalten mit der Begründung, dass die autogerechte Stadt den Menschen zurückgegeben werde. «Während sich der Stadtrat ehren lässt, scheint diese Auszeichnung die städtische Tochter RPB nicht zu verpflichten», kritisieren Bosshardt und Steiner. «Sie verbaut Grünfläche mit Parkplätzen mitten im innerstädtischen Raum. Wir sind konsterniert über diese Planung und fordern den Stadtrat dringlich auf, in seiner Funktion als Eigentümervertreter hier korrigierend einzugreifen.»

Hans Schwendeler, Direktor des Regionalen Pflegezentrums Baden: «Das Team schreibt mehrfach, es werde ein oberirdisches Parkfeld erstellt. Eine Aussage, die nicht den Tatsachen entspricht. Denn das Parkfeld existiert bereits, es wird künftig sogar noch etwas verkleinert.»

Derzeit sei es den Angestellten vorbehalten, künftig werde es ausschliesslich für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Dass mindestens 44 oberirdische Parkplätze für das Quartier zur Verfügung stehen, sei überdies eine Vorgabe der Stadt Baden bei der Planung des Projekts gewesen. «Das ganze Quartier hat also einen Nutzen davon», sagt Hans Schwendeler.

«Auch in Zukunft eine grüne Oase»

Die Grünfläche auf dem gesamten Areal werde zwar durch die Neubauten insgesamt tatsächlich kleiner sein als bisher – aber nur geringfügig. «Das RPB wird auch in Zukunft eine grüne Oase sein», sagt Schwendeler. «Es werden zwar Neubauten erstellt, aber dafür auch ältere Gebäude abgerissen. Es entstehen neue Grünflächen und Spielplätze für das ganze Quartier, zudem ein öffentlich zugängliches Restaurant und ein Bäckerei-Bistro.»

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