Obersiggenthal

Sterben soll ab April teurer werden

Aktuell übernimmt die Gemeinde noch diverse Kosten, die bei Bestattungen anfallen. (Symbolbild)

Das Bestattungs- und Friedhofreglement wird angepasst. Was sich für Angehörige verändert.

Die Gemeinde Obersiggenthal verfolgt seit einigen Jahren einen Sparkurs – morgen Donnerstag entscheidet der Einwohnerrat über Anpassungen des Friedhofs- und Bestattungsreglements, die den Gemeindehaushalt um jährlich 65 000 Franken entlasten könnten. Gemeindeammann Dieter Martin (FDP) sagt: «Wir haben unser Reglement mit den Nachbargemeinden verglichen und passen es nun diesen an.»

Aktuell übernimmt die Gemeinde noch diverse Kosten, die bei Bestattungen anfallen: Beispielsweise bezahlt sie rund 600 Franken für Kremationen. Künftig sollen aber die Angehörigen die Kosten übernehmen. Bei rund 75 Kremationen im Jahr beträgt das Spartpotenzial für die Gemeinde dadurch rund 45 000 Franken. Bisher bezahlte die Gemeinde ausserdem eine einfache Verbandsurne für 85 Franken und holte die Urne überdies im Krematorium ab (60 Franken). Auch diese Kosten müssen – falls der Einwohnerrat der Revision des Reglements zustimmt – künftig von den Angehörigen übernommen werden. Unverändert von der Gemeinde werden die Kosten bezahlt, die für die Graböffnung bei der Erdbestattung, Gemeinschaftsgräbern oder Urnenreihengräbern anfallen. Statt rund 111 000 Franken soll die Gesamtbelastung für die Gemeinde im Zusammenhang mit Bestattungen künftig nur noch rund 46 000 Franken betragen.

Angepasst wird auch die Passage des Reglements, das sich mit Bestattungen von Verstorbenen befasst, die nicht in Obersiggenthal wohnten. Die Gebühren werden verdoppelt: Eine Reihenerdbestattung kostet neu 1200 Franken, ein Reihenurnengrab neu 700 Franken, ein Urnengemeinschaftsgrab neu 600 Franken. Bestattungen für Menschen aus anderen Gemeinden sind aber nur in Ausnahmefällen möglich – unter anderem, wenn der Verstorbene viele Jahre in Obersiggenthal gelebt hatte oder wenn nahe Verwandte in der Gemeinde leben.

All diese Änderungen sollen laut Gemeinderat möglichst schnell erfolgen, konkret bereits ab dem 1. April in Kraft gesetzt werden. Ein Änderungsbedarf besteht auch bei der Gestaltung der Friedhofsanlage; hierfür wollte der Gemeinderat mit einem externen Berater zusammenarbeiten. Bisher hat der Einwohnerrat die notwendigen Kredite in den Budgets aber noch nicht bewilligt.

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