Baden

Stadtratswahlen: Bürgerliche wollen die Mehrheit wieder zurück

Im Herbst wählt Baden wieder den Stadtrat – im Stadthaus befinden sich seine Büros.

Im Herbst wählt Baden wieder den Stadtrat – im Stadthaus befinden sich seine Büros.

Die Bürgerlichen wollen bei den Stadtratswalen zulegen. Doch die Wähleranteile der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass sie sich vielmehr gegen einen weiteren Sitzverlust wappnen müssen.

Die meisten Startplätze für die Stadtratswahlen sind bereits bezogen: Die SP zieht mit Karin Bächli (neu) neben Regula Dell’Anno (bisher) ins Rennen (az vom 18. 2.). Das Team Baden wird mit seinem Stadtammann Geri Müller sowie Ruth Müri (bisher) antreten. Die CVP will zwei Kandidaten nominieren, einen für das Stadtammannamt. Die FDP will ebenfalls mit zwei Kandidaten antreten und ihren verlorenen Sitz zurückholen, hat aber bis jetzt keinen Anspruch auf das Ammannamt erhoben.

Während bei der CVP aus dem Trio Bernhard Schmid (neu), Markus Schneider (bisher) – einer von ihnen beiden soll der CVP das Ammannamt zurückbringen – und Matthias Gotter nominiert wird, hüllt sich die FDP noch in Schweigen. Roger Huber (bisher) wird wohl gesetzt sein, der zweite Kandidat dürfte aus dem Trio der meistgenannten Kandidaten Philippe Ramseier, Daniel Schneider und Andrea Libardi ausgewählt werden.

Laut Co-Präsident Tobi Auer würden die Gespräche mit möglichen Kandidaten noch laufen. «Der Vorstand ist auch durch die jüngsten Ankündigungen nicht unter Zugzwang und wird der Nominationsversammlung zwei erfolgversprechende Kandidaturen vorlegen», so Auer.

«Wilde» nicht inbegriffen

Als die FDP im Oktober 2015 ein erstes Mal ihren im Jahr 2013 verlorenen Sitz bei der Ersatzwahl für Daniela Berger (SP) zurückholen wollte, standen Daniel Schneider und Andrea Libardi bereits in einer parteiinternen Ausmarchung. Damals wurde Mario Delvecchio nominiert, der wie der offizielle SP-Kandidat Jürg Caflisch (SP) hinter dem Parteilosen Erich Obrist landete. Heute wird in FDP-Kreisen am meisten der Name Ramseier genannt. Ramseier hat grundsätzlich Interesse an diesem Amt, aber es sind noch keine Entscheidungen gefallen. Selber will er sich im jetzigen Zeitpunkt nicht näher dazu äussern, dementiert aber nicht, dass Gespräche laufen würden.

Während bei SP und Team alles klar scheint, so könnte es diesmal bei den Bürgerlichen zu wilden Kandidaturen kommen. Wenn die CVP das Duo Schneider/Schmid ins Rennen schickt und den Bisherigen Matthias Gotter nicht mehr als Stadtrat aufstellen würde, dann wäre eine wilde Kandidatur von Gotter nicht auszuschliessen. Ob die FDP das parteiinterne Auswahlverfahren diesbezüglich schadlos überstehen wird, steht ebenfalls noch offen.

Keine guten Wahlerinnerungen

Nicht nur die Stadtammann-, sondern auch die Stadtratswahlen werden für die bürgerlichen Parteien zum Prüfstein. Denn ein Rückblick in die jüngste Wahlvergangenheit Badens fällt für sie alles andere als beruhigend aus: Vor vier Jahren erlebte nämlich die FDP bei den Ersatzwahlen für den in den Regierungsrat gewählten Stephan Attiger gleich eine zweifache Ohrfeige: Roger Huber (FDP) unterlag Geri Müller (Team) bei der Ammannwahl, Peter Courvoisier (FDP) scheiterte im Direktkampf an Ruth Müri (Team),

Ein Blick auf die jüngste Entwicklung der Wähleranteile dürfte eher das linke als das bürgerliche Lager zuversichtlich stimmen: Vereinte der Bürgerblock mit CVP, FDP und SVP (ohne EVP und GLP) im Wahljahr 2009 bei den Einwohnerratswahlen zusammen noch 52,7 Prozent Wähleranteil auf sich, so waren es vier Jahre später (2013) nur noch 47,4 Prozent. SP, Team und Grüne lagen im Jahr 2009 mit 43,7 Prozent noch klar zurück, steigerten sich aber vier Jahre später auf 48 Prozent.

Wenn sich auch die Wähleranteile von Grossratswahlen weder auf die Stadtrats- noch auf die Einwohnerratswahlen direkt übertragen lassen, so zeigen sie doch Tendenzen auf, mit denen zu rechnen ist. Und diese sind für die Bürgerlichen ebenfalls alarmierend: CVP, FDP und SVP verloren bei den Grossratswahlen in der Stadt Baden im vergangenen Herbst mit 46,5 Prozent über 5 Prozent gegenüber 2012, während SP und Grüne von 32 (2012) auf 39,8 Prozent (2016) zulegen konnten.

«Wir konzentrieren uns voll auf die Einwohnerratswahlen», sagt SVP-Präsident Serge Demuth. Und: Die SVP werde bei den Stadtrats- und Stadtammann-Wahlen keine Kandidaten der CVP unterstützen. Damit könnte die SVP allerdings zum Wahlhelfer der Linksparteien werden.

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