Baden
Stadtratswahl: Auch Delvecchio zieht seine Kandidatur zurück

Mario Delvecchio (FDP) wird wie Jürg Caflisch (SP) wegen mangelnder Erfolgsaussichten nicht zum 2. Wahlgang um den Badener Stadtratssitz antreten.

Martin Rupf, Pirmin Kramer
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«Es war für mich eine sehr schwierige Entscheidung», sagt Mario Delvecchio (FDP). Er habe nach reiflicher Überlegung und in Absprache mit seinem Wahlkampfteam sowie dem Vorstand beschlossen, nicht mehr zum 2. Wahlgang als Stadtratskandidat anzutreten.

Im ersten Wahlgang hatte Delvecchio mit 2014 Stimmen den zweiten Platz erreicht und danach trotz rund 500 Stimmen Rückstand auf Erich Obrist (parteilos) in Erwägung gezogen, im zweiten Wahlgang anzutreten. Wegen mangelnder Erfolgsaussichten hat Delvecchio nun aber doch noch seinen Verzicht bekannt gegeben. «Der Abstand auf Obrist ist gross, die Chancen auf einen Erfolg im zweiten Wahlgang sind gering», erklärte er.

Dennoch sei er mit dem Ergebnis zufrieden: «Bis vor zwei Monaten war ich politisch wenig bekannt.» Über die Gründe für die Niederlage könne er nur spekulieren, «vielleicht lag es daran, dass ich in der Stadt weniger bekannt bin als Obrist». Deswegen würde er im Nachhinein einen etwas aggressiveren Wahlkampf auf der Strasse führen und noch öfter um Stimmen werben, sagt er.

Weil auch Jürg Caflisch (SP, 1647 Stimmen) seine Kandidatur zurückgezogen hat – er gab seinen Verzicht bereits am Sonntag bekannt –, steht der Wahlsieger mit grösster Wahrscheinlichkeit fest: Erich Obrist hat den Sprung in den Stadtrat so gut wie geschafft. Nach wie vor ist zwar jeder Badener Stimmbürger wählbar, unabhängig davon, ob er im 1. Wahlgang Stimmen erhielt; bis 28. Oktober müsste eine Kandidatur zusammen mit zehn unterstützenden Unterschriften eingereicht werden. Zumindest die FDP erklärte aber, für den zweiten Wahlgang keinen Kandidaten mehr aus dem Hut zu zaubern. «Die Badener Bevölkerung hat Erich Obrist, der ein starker Kandidat war, den Vorrang gegeben. Das akzeptiert die FDP.»

Delvecchio hat Obrist bereits zur Wahl gratuliert – dieser will sich aber noch nicht feiern lassen. «Gratulationen zur Wahl in den Stadtrat nehme ich noch keine an. Die Sache ist erst nach Ablauf der Nachmeldefrist nächsten Mittwoch um 12 Uhr entschieden», sagt er vorsichtig. Er schätze es sehr, dass Mario Delvecchio ihm seinen Entscheid persönlich mitgeteilt habe, ehe er die Öffentlichkeit informierte. «Überhaupt kann ich sagen, dass alle drei Kandidaten – also auch Jürg Caflisch – im Wahlkampf einen sehr anständigen und respektvollen Umgang gepflegt haben», so Obrist.

So lief der Stadtrats-Wahlkampf

16. Juni: Stadträtin Daniela Berger (SP) gibt ihren Rücktritt per Ende Jahr bekannt.

2. Juli: Die SP nominiert an einer ausserordentlichen Generalversammlung Jürg Caflisch als Kandidat für die Nachfolge Bergers. Er setzt sich 22 zu 19 gegen Erich Obrist durch.

17. August: Die FDP schickt Mario Delvecchio ins Rennen. Er setzt sich parteiintern gegen Andrea Libardi und Daniel Schneider durch.

25. August: Alt Stadtrat Peter Conrad (CVP), einst selber wild portiert, schlägt Erich Obrists Kandidatur vor.

4. September: Obrist tritt aus der SP aus und kandidiert als Parteiloser.

18./20. Oktober: Obrist gewinnt den 1. Wahlgang. Delvecchio und Caflisch ziehen ihre Kandidatur zurück.

28. Oktober: Die Anmeldefrist für den zweiten Wahlgang endet. (PKR)

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