Baden
Stadträtin Sandra Kohler tritt nach 2,5 Jahren im Amt zurück – «Ich werde eine längere Studienreise antreten»

Die 38-Jährige Badener Stadträtin Sandra Kohler hat am Mittwochmorgen ihren Rücktritt per Ende Mai bekanntgegeben. Die aktuellen Entwicklungen auf der Welt lösten bei ihr immer mehr Fragen aus, auf die sie Antworten finden wolle. Die Parteilose wird nach 2,5 Jahren im Amt einen neuen Weg gehen.

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Sandra Kohler
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Sandra Kohler.
Frauenstreik Baden Stadträtinnen Ruth Müri und Sandra Kohler (rechts). Demonstrationszug nach dem Sternmarsch in der Rathausgasse. Frauenstreik, Baden, 14. Juni 2019.
Grundsteinlegung Sek Burghalde Grundsteinlegung für das Sekundarstufenzentrum Burghalde in Baden am 01. Juli 2019. Im Bild: Stadträtinnen Sandra Kohler und Ruth Müri (schwarzes T-Shirt) vergraben die Zeitkapsel.
Regionale 2025 Stele Regionale 2025: Am 20. Mai 2019 eröffnet die Stadt Baden ihre Stadtstele vor dem Stadthaus für die Kunstausstellung im freien Raum im Limmattal. Im Bild vlnr: Peter Wolf, Geschäftsleiter der „Regionale 2025“ mit dem gesamten Stadtrat Baden, Erich Obrist, Regula Dell'Anno, Stadtammann Markus Schneider, Philippe Ramseier, Sandra Kohler und Ruth Müri.
Grundsteinlegung Sek Burghalde Grundsteinlegung für das Sekundarstufenzentrum Burghalde in Baden am 01. Juli 2019. Im Bild: Stadträtin Sandra Kohler.
«Wenn einem etwas nicht passt, soll er es sagen.» Sandra Kohler (38) eckt mit ihrer Art auch an, was sie aber «total okay» findet.
Der Badener Stadtrat von links: Sandra Kohler (parteilos), Erich Obrist (parteilos), Ruth Müri (team baden), Marco Sandmeier (Stadtschreiber), Stadtammann Markus Schneider (CVP), Heinz Kubli (Stadtschreiber), Regula Dell'Anno-Doppler (SP), Matthias Gotter (CVP) und Philippe Ramseier (FDP).

Sandra Kohler

Sandra Ardizzone

"Ich habe mich entschieden, per 29. Mai 2020 von meinem Amt als Stadträtin in Baden zu demissionieren." Das schreibt die Badener Stadträtin Sandra Kohler, 38, in einer Mitteilung vom Mittwoch. "Obwohl mir der Entscheid sehr schwer gefallen ist, ist für mich dennoch deutlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Klarheit in mir, diesen neuen Weg zu gehen, könnte nicht grösser sein."

Worum geht es? Sandra Kohler: "Ich werde eine längere berufliche Studienreise antreten. Wie lange, ist derzeit noch offen." Sie will Antworten auf für sie wichtige Lebensfragen finden.

Die Arbeit als Stadträtin sowie die in den letzten Monaten absolvierten Weiterbildungen hätten ihren Wunsch zunehmend verstärkt.

Zu ihrer Studienreise schreibt sie: "Meine Reise ist Fragen, wie den folgenden gewidmet: Welche Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens gibt es, was braucht es für ein gutes Zusammenleben, wie verändert sich unser Zusammenleben, was kann jede und jeder tun usw. Diese und weitere Fragen beschäftigen mich sehr und ich will Antworten, um handeln zu können."

Sie werde beispielsweise Grossbritannien bereisen, um Initiativen wie „Happy City“ und „Transition Town“ besser kennen zu lernen. Die Studienreise sei wichtig für ihre persönliche Entwicklung sowie ihre hauptberufliche Zukunft und lasse sich nicht mit dem Milizamt als Stadträtin vereinbaren.

Ersatzwahl im Juni

Die Ersatzwahl wird am 28. Juni 2020 stattfinden, wie die Stadt Baden mitteilt. Der allfällige zweite Wahlgang am 27. September 2020. Stadtammann Markus Schneider übernimmt als offizieller Stellvertreter per 1. Juni das Ressort Planung und Bau.

Sandra Kohler schreibt weiter, sie sei sehr dankbar für die "äusserst lehrreiche Zeit" als Stadträtin. "Es ist eine wunderschöne Aufgabe, die Heimatstadt mitzugestalten." (pz)

Die Mitteilung von Sandra Kohler im Wortlaut

"Ich habe mich entschieden, per 29. Mai 2020 von meinem Amt als Stadträtin in Baden zu
demissionieren. Obwohl mir der Entscheid sehr schwer gefallen ist, ist für mich dennoch
deutlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die
Klarheit in mir, diesen neuen Weg zu gehen, könnte nicht grösser sein.

Die Arbeit als Stadträtin sowie die in den letzten Monaten absolvierten Weiterbildungen
haben meinen Wunsch zunehmend verstärkt. Ich werde eine längere berufliche Studienreise
antreten. Wie lange, ist derzeit noch offen.

Meine Reise ist Fragen wie den folgenden gewidmet: Welche Formen des gesellschaftlichen
Zusammenlebens gibt es, was braucht es für ein gutes Zusammenleben, wie verändert sich
unser Zusammenleben, was kann jede und jeder tun usw. Diese und weitere Fragen
beschäftigen mich sehr und ich will Antworten, um handeln zu können.

Während meiner Reise werde ich Länder, wie beispielsweise Grossbritannien bereisen, um
Initiativen wie "Happy City" und "Transition Town" besser kennen zu lernen. Die Studienreise
ist wichtig für meine persönliche Entwicklung sowie meine hauptberufliche Zukunft und lässt
sich nicht mit dem Milizamt als Stadträtin vereinbaren. Deshalb mein Entscheid, vor
Legislaturende zu demissionieren.

Ich bin sehr dankbar für die äusserst lehrreiche Zeit als Stadträtin. Es ist eine wunderschöne
Aufgabe, die Heimatstadt mitzugestalten. Ich danke meinen politischen Kolleginnen und
Kollegen, allen Mitarbeitenden der Verwaltung und vor allem auch der Bevölkerung." (az)