Der Gemeindeversammlung von Turgi wird am 6. Juni 2019 der Gemeindevertrag mit der Stadt Baden betreffend die Führung des Regionalen Sozialdienstes Baden vorgelegt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der Gemeinderat Turgi entschied im Herbst 2018, dass die Dienstleistungen im Bereich des Sozialwesens unter einer Gesamtabwägung der Vor- und Nachteile neu evaluiert und mögliche Alternativen geprüft werden. Die Mitgliedschaft im Gemeindeverband Jugend-, Familien- und Seniorenberatung und Soziale Dienste Region Baden (JFB) wurde in der Folge per 31. Dezember 2020 gekündigt, um bei der Neuevaluation möglichst flexibel zu sein.

Nachdem die Wintergemeindeversammlung 2018 dem Austritt der Gemeinde Turgi aus dem Gemeindeverband JFB zustimmte und der Entscheid in Rechtskraft erwuchs, wurde Anfang 2019 die Neuevaluation angegangen. Dabei habe der Gemeinderat Szenarien für einen eigenen Sozialdienst, den Wiedereintritt in den Gemeindeverband JFB sowie die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Baden, Gebenstorf und Untersiggenthal geprüft, heisst es weiter.

Das heutige Zusammenarbeitsmodell mit der JFB zeige, dass viele Schnittstellen bestehen, die einerseits zu Doppelspurigkeiten führen und andererseits die internen Koordinationsarbeiten sehr aufwendig machen. Es brauche grundlegende strukturelle Veränderungen, damit die Dienstleistungen im Sozialbereich umfassend, bedarfsgerecht und zukunftsgerichtet angeboten werden können. Dies umfasse nebst den üblichen Aufgaben eines Sozialdienstes die Gewährleistung des Zahlungsverkehrs und der Rechnungsführung. Die steigende Fallkomplexität erfordere zudem zunehmend Spezialwissen, welches nur in einer grösseren Organisation sichergestellt werden kann.

Stadtrat stimmte bereits zu

Einzig die Stadt Baden biete die Vollintegration des Sozialdienstes von Turgi an und sehe für beide Gemeinden Vorteile in der Zusammenarbeit. Der Stadtrat hat der Bildung eines Regionalen Sozialdienstes für Baden und Turgi bereits zugestimmt. Mit dem Modell der Sozialkommission, welche sich aus Fachpersonen und Gemeindevertretern zusammensetzt, sei eine professionelle Führung des Regionalen Sozialdienstes und der Einbezug der Gemeinde Turgi sichergestellt, heisst es in der Mitteilung. Da die Klientinnen und Klienten von Turgi auch heute schon nach Baden zur Geschäftsstelle der JFB gehen, ändere sich für sie diesbezüglich nichts, im Gegenteil; der Regionale Sozialdienst Baden erbringe künftig am Standort in der Stadt sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand, von der Gesuchsprüfung über die Beratung bis hin zur Auszahlung.

Die Integration des Sozialdienstes in die Gemeindeverwaltung Turgi sei aufgrund des Fachkräftemangels und der mangelnden Stellvertretungsregelung keine zukunftsweisende Lösung. Auch habe es der Gemeindeverband JFB seit Herbst 2018 verpasst, Überlegungen zu möglichen strukturellen Veränderungen zu tätigen, so der Gemeinderat Turgi weiter. Erst im Rahmen der Frühlingsklausur 2019 hat sich der Vorstand mit einer Neuorganisation des Verbandes beschäftigt, allerdings bereits unter Berücksichtigung des Austritts der Gemeinde Turgi.(AZ)