Baden
Stadtrat Baden berichtet: Lärmmessgeräte stacheln Autoposer erst recht an

Hubert Kirrmann, Präsident von Pro Velo Baden und SP-Einwohnerrat, beauftragte den Stadtrat, Massnahmen gegen die übermässige Lärmbelastung durch Fahrzeuge zu prüfen. Jetzt liegt die Antwort vor.

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Stadtpolizei Baden

Stadtpolizei Baden

Chris Iseli

Das Verkehrsaufkommen in Baden erhöhe sich von Jahr zu Jahr, und dadurch steige auch der allgemeine Lärmpegel. Hinzu komme die Lärmbelastung durch absichtlichen Motorenlärm von «Posern», vor allem nachts. Hubert Kirrmann fordert Gegenmassnahmen, so etwa Lärmmessungen, Lärmanzeigen und vermehrte Kontrollen, «insbesondere an Zweirädern mit Benzinmotoren».

Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, die Polizei habe insbesondere im Frühling 2020 eine Zunahme an Reklamationen zum Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer festgestellt. Die Stadtpolizei wirke der Entwicklung repressiv und auch präventiv entgegen: Vermehrte polizeiliche Kontrollen sollen fehlbaren Lenkerinnen und Lenkern «den richtigen Weg weisen».

In einzelnen Regionen in der Schweiz seien rein informative Lärmmessgeräte getestet worden, die den Lärm anzeigen. Die Geräte hätten ihre Ziele aber mehrheitlich nicht erreicht. Anstatt eine Verhaltensänderung bei den Fahrzeuglenkenden zu erreichen, hätten einzelne Fahrzeuglenkende die Messgeräte zu Imponiergehabe missbraucht. Eine entscheidende Wirkung zugunsten einer spürbaren Entlastung von Verkehrs- und Motorenlärm könne nur auf gesetzgeberischem Weg erfolgen, so der Badener Stadtrat.

Am 11. Juni 2020 wurde im zuständigen Nationalrat eine parlamentarische Initiative eingereicht, die ein Fahrverbot lärmintensiver Motorräder fordert. Die Initiative wurde in den Kammern noch nicht behandelt. (pkr)