Baden
Stadtfest ist viel mehr als eine kleine Badenfahrt

Für das Stadtfest Baden 2012 wird die Innenstadt von 70 Festbeizern für die Zeit vom 17. bis 26. August neu erbaut. Ob Badenfahrt oder Stadtfest spielt längst keine Rolle mehr. Hauptsache ist, dass Baden endlich wieder ein Fest hat.

Roman Huber
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Die professionell erstellte Holzbaukonstruktion auf dem Theaterplatz wird das kulturelle Zentrum am Stadtfest 2012 sein. Roman Huber

Die professionell erstellte Holzbaukonstruktion auf dem Theaterplatz wird das kulturelle Zentrum am Stadtfest 2012 sein. Roman Huber

Roman Huber

Es sind definitiv die Badener, die spinnen. Was sich auf den Plätzen der Innenstadt abspielt, sucht seinesgleichen. Zwei- und dreistöckige Festbeizen, nicht wenige von Architektenhand konzipiert, reihen sich quasi aneinander. Nicht verwunderlich also, dass die Stadt Baden seit dem Wochenende eine Grossbaustelle ist. Bis zum Festbeginn am kommenden Freitag allerdings werden noch Tausende von Arbeitsstunden geleistet. Und dann kann es endlich losgehen.

Ob Badenfahrt oder Stadtfest spielt längst keine Rolle mehr. Nur dies zählt: Die Stadt und ihre Region haben fünf Jahre nach der legendären Badenfahrt 2007 endlich wieder ihr Fest. Wer das Stadtfest 2012 aber als kleine Badenfahrt bezeichnen möchte, sieht sich spätestens nach einem Stadtrundgang eines Besseren belehrt. Der Fantasie sind einmal mehr keine Grenzen gesetzt, wenn auch da und dort die Dimensionen des Grössenwahnsinns erreicht scheinen und unweigerlich die Frage auftaucht, ob das an der Badenfahrt 2017 überhaupt noch zu toppen sein wird. Aus der bisherigen Badener Festgeschichte lässt sich dies gut mit «Ja» beantworten.

Solche hintergründige Gedanken werden spätestens ab 17.August obsolet sein, und das mindestens bis zum 26.August. 10 Tage lang herrscht hier ein anderer Geist, ein Badener Geist, der alles in der Region kopfstehen lässt.

Das Stadtfest-ABC

A wie az-Festbeiz. Die «kleine bühne» in der Stanzerei liegt zwar ausserhalb des eigentlichen Festgebiets, präsentiert aber in Ergänzung zur «Grossen Bühne» ein Programm mit auserwählten musikalischen Grössen; und im Höfli eine Beiz mit exzellenter Küche.

B wie Baradore. Vor fünf Jahren wurde die Festbeiz der Gruppe als die beste prämiert; erneut überraschen sie an der Limmat mit einem kühnen Bau.

C wie Cordulaplatz oder Change Bar & Lounge. Die Zunft zum Wilden Mann wird die Miss Stadtfest 2012 küren.

D wie dürsten wird am Stadtfest niemand müssen. Felix Meier, Direktor der Brauerei Müller (Getränkelieferant des Festes), hat sogar jederzeit kühles Bier versprochen.

E wie Enklave ist einmal mehr das Kriesi-Areal. Dort wird die grosse Nachbargemeinde mit «Little Wettige» ihre Zelte im Zentrum von Baden aufschlagen und beste Unterhaltung bieten.

F wie Flussraum ist Ort einer künstlerischen Illumination entlang der Limmat; unter «F» ist am zweiten Festsamstag auch ein Feuerwerk angesagt.

G wie Grosse Bühne oder Graben ist der Ort, wo täglich mehrere musikalische Acts über die Bühne gehen werden. Darunter befinden sich zahlreiche Highlights aus der nationalen Rock- & Popszene, so auch die Band Halunke, die übrigens das Titelbild der Festzeitung ziert.

H wie «Haben Sie schon einen Festpass?» Nur mit einem Festpass oder einer Plakette hat man zu den Festbeizen und den kulturellen Darbietungen freien Zutritt. Der Festpass ist zugleich Gratisbillett für den öffentlichen Verkehr zum und vom Fest nach Hause.

I wie Internet oder Smartphone. Das ganze Festprogramm sowie sämtliche Stadtfest-Infos lassen sich mittels Stadtfest-App aufs Handy laden. Zudem orientiert das Navigationssystem von jedem Punkt in der Stadt an den gewünschten Ort im Festgebiet.

K wie Kinderwelt im Graben, wo sich die kleinen Festbesucher aktiv betätigen und unterhalten werden.

L wie Lunapark, der an einem Fest niemals fehlen darf. Gemäss dem Motto Geschichten schichten, lassen sich auf den wilden Bahnen auch Magenschichten umschichten.

M wie Mehrwegbecher steht symbolisch dafür, dass Ökologie ein wichtiges Anliegen des Komitees ist und Entsorgung und Umwelt entlasten soll.

N wie Notdurft ist an grossen Badener Festen immer ein Problem. Nebst den mobilen Toiletten, den städtischen WCs und denjenigen der offiziellen Restaurants gibt es diesmal das «Pipi de Luxe», wo im Preis für das Wasserlösen noch ein Cüpli dabei ist - wo gibts das sonst, ausser in Baden?

O wie OK, das sich drei Jahre lang für das Stadtfest ins Zeug gelegt hat. Es wird im Co-Präsidium Adi Hirzel (li.) und Marc Périllard geleitet.

P wie Parkplätze gibt es zwar, so wird an den Wochenenden sogar die Neuenhoferstrasse für das Parkieren gesperrt; doch der Kluge reist eben im Zuge oder im Bus oder Postauto, wenn er nicht zu Fuss ans Fest kommt.

Q wie Quartiervereine sind auch am Stadtfest mit ihren Festbeizen und Hunderten von Helferinnen und Helfern am Fest vertreten.

R wie Ruine oder vielmehr Schloss Stein ist zum ersten Mal an einem grossen Badener Fest Teil des Festgebietes. Die Bauten rund um das Badener Wahrzeichen sind vielversprechend.

S wie Stress sollte man am Stadtfest wirklich ablegen können. Dafür haben die Organisatoren des Unterhaltungsprogramms den gleichnamigen Schweizer Rapper erneut als Surprise-Act engagiert.

T wie Theaterplatz, wo sich Dutzende von Kulturschaffenden unter einem Dach 10 Tage lang mit einem reichhaltigen Programm präsentieren werden und wo auch Lichtkunst (Foto) stattfinden wird.

U wie Ukurba oder Unternehmenskultur Baden, Zusammenschluss mehrerer Firmen, belohnt den besten Auftritt am Stadtfest mit 10000 Franken.

V wie Velostation ist der Ort am Ende des Velotunnels, wo der fitness- und umweltbewusste Festbesucher sein Zweirad deponieren kann. Doch Achtung: Wer zu viel intus hat, geht besser auf zwei Füssen statt Rädern nach Hause.

W wie Welt statt radio heisst diesmal das Stadtfest-Radio. Die initiative Gruppe rund um das Radio-Argovia-
Team hat im Tribhuus auf dem Schlossbergplatz nicht nur eine Radiostation mit eigener Frequenz (89,4 Megahertz) eingerichtet, sondern auch eine Beiz und ein Hotel, und das in einem dreistöckigen Bau.

X wie X'tra heissen die Skiriegler des Stadtturnvereins, in deren Beiz Pet und Ökologie grossgeschrieben werden.

Y wie Yes we can festen, dass sich die Balken biegen - in der Hoffnung, dass der verantwortliche Statiker auch in den mehrstöckigen Beizen ganze Arbeit geleistet hat.

Z wie Zgraggen. Die junge Festgestalterin Eliane Zgraggen aus Lenzburg, die das schwere Erbe des verstorbenen Vorgängers Marco Squarise angetreten hat, schuf mit kreativen Ideen und viel Einsatz den Rahmen für ein unvergessliches Stadtfest, das kaum Wünsche offen lassen dürfte. (-rr-)

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