Mägenwil

Sportplatz der Schulanlage soll sonntags gesperrt werden – das sorgt für Kritik

Kinder nutzen den Rubtan- und den Rasenplatz nicht nur wie hier an einem Jugendfest, sondern auch in der Freizeit.AZ/Archiv

Kinder nutzen den Rubtan- und den Rasenplatz nicht nur wie hier an einem Jugendfest, sondern auch in der Freizeit.AZ/Archiv

Ab Januar 2019 soll der Rasen- und der Rubtanplatz in Mägenwil an Sonn- und Feiertagen nicht mehr benutzt werden. Diese Freiheitsbeschränkung sei unnötig, kritisiert die FDP das neue Benutzungsreglement.

Der Sportplatz bei der Schulanlage Oberfeld in Mägenwil ist nicht nur bei Schülern und Vereinen beliebt, sondern auch bei der Bevölkerung. So nutzen beispielsweise Eltern und Kinder den Platz zum Verweilen und Spielen. Der Bevölkerung steht er an Wochentagen bis 22 Uhr, an Samstagen bis 19 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 19 Uhr zur Verfügung. Allerdings: Der Sportplatz blieb in den letzten beiden Jahren jeweils während der Sommermonate gesperrt – um die Lärmbelastung zu senken. Das wurde von der Anwohnerschaft, den Elternvertretern, der Schulpflege und vom Gemeinderat nach mehreren Gesprächen so beschlossen.

Was 2017 und 2018 vorübergehend galt, soll künftig das ganze Jahr zum Zug kommen. Konkret: Der Rasen- und der Rubtanplatz sollen ab 1. Januar 2019 an Sonn- und Feiertagen gar nicht mehr benutzt werden dürfen. Das sieht das neue Reglement über die Benützung der Schulanlage Oberfeld vor, das den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am 4. Dezember unterbreitet wird.

Gegen das Vorhaben regt sich nun Widerstand. «Die Kinder sitzen zu viel vor den Computern, wird immer wieder gejammert. Sie sollen mehr nach draussen gehen und sich bewegen, wird gefordert. Und was will der Gemeinderat? Eine Totalsperrung des Schulhaus-Sportplatzes am Sonntag», kritisiert die FDP Mägenwil in einer Mitteilung. Für die Partei sei diese Freiheitsbeschränkung nicht nur völlig unnötig, sondern sogar schädlich.

«Klar, es hat früher Phasen gegeben, in denen auch Auswärtige den Sportplatz besucht und Lärm verursacht haben. Doch das hat sich heute gebessert», sagt Parteipräsident Michael Umbricht auf Anfrage. Auch der Lärm, den die Kinder beispielsweise beim Fussballspielen verursachen, sei vertretbar. «Es gibt im Dorf keinen anderen Sportplatz, welcher der Bevölkerung zur Verfügung steht. Dann kann man doch nicht einfach verlangen, dass der einzige Platz am Sonntag nicht mehr benutzt werden darf.»

«Es ist eine Kompromisslösung»

Doch wieso sollen der Rasen- und der Rubtanplatz an Sonn- und Feiertagen gesperrt bleiben? Wie Gemeindeammann Daniel Pfyl (SVP) sagt, sei diese Lösung ein Kompromiss: «Nach der zweiten Pilotphase in diesem Sommer sind wir mit allen Beteiligten zusammengesessen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Lärmbelastung zwar besser geworden, aber für die Anwohner noch nicht befriedigend ist.» Klar, gibt Pfyl zu, sei diese Lösung für Kinder nicht optimal. Auch, dass das Lärmempfinden subjektiv sei. Doch: «Wir sind seit einigen Jahren damit beschäftigt, in Sachen Lärmbelastung beim Sportplatz eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Sperrung des Sportplatzes am Sonntag scheint aus unserer Sicht alle Interessen – die der Anwohnerschaft und die der Eltern – bestmöglich zu berücksichtigen.»

Mit dieser Lösung wolle man zudem vorbeugen, dass die Anwohnerschaft eine Lärmklage einreiche. «Wie Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, ist das Risiko gegeben, dass bei einer Lärmklage der Sportplatz mehr als nur am Sonntag gesperrt werden könnte. Das wollen wir auf alle Fälle verhindern. Es ist wichtig, dass dieser für die Bevölkerung weiterhin zur Verfügung steht», sagt Pfyl. Er betont, dass es wegen der Schliessung des Sportplatzes in den Sommermonaten kaum Rückmeldungen gegeben habe.

FDP mit Antrag für Teilöffnung

An der Gemeindeversammlung wird die FDP den Antrag stellen, dass der Rasen- und Rubtanplatz am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein sollen. «So kann auch den berechtigten Anliegen der Anwohner angemessen Sorge getragen werden», sagt Parteipräsident Michael Umbricht.

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