Die Reaktionen waren überwältigend: Nachdem Bäcker Pierluigi Ghitti von der «Aargauer Zeitung» in der Montagsausgabe portraitiert worden war, erhielt er regen Zuspruch: «Die Leute hatten den Plausch am Porträt, genau wie ich auch. Ich habe viele Whatsapp Nachrichten und SMS erhalten», erklärt der Italiener am Dienstag auf Anfrage. «So viel Zufriedenheit an einem Montag tut gut, die Reaktionen auf das Porträt waren durchwegs positiv.» 

Sie heissen «Spitzbueb»

Positiv ist auch seine Geschichte: Der in Wettingen wohnhafte Italiener hat sich in den vergangenen zehn Jahren aus dem Nichts eine kleine Bäckerei-Kette bestehend aus drei Filialen mit Namen «Spitzbueb» aufgebaut. Sie liegen in Dättwil, Baden und Wettingen.

Zu seinem Erfolg hat ihm ein Unglück verholfen. Als damaliger Automechaniker-Schnupperlehrling betätigten Pierluigi Ghitti und ein Mitarbeiter beim Putzen den Autolift falsch: «Das hatte zur Folge, dass wir das Auto regelrecht in die Decke drückten.» Nicht nur das Auto war futsch, sondern auch die Lehrstelle hat er dann nicht bekommen. Pierluigi Ghitti: «Also entschied ich mich für eine Bäcker- und Konditorlehre.»

Viele mussten schmunzeln

Heute kann Pierluigi Ghitti darüber lachen. Auch seine Bekannten und Kunden tun dies seit Montag gerne. Von dieser Anekdote erfuhren viele erst durch das Montagsporträt. «Darüber mussten viele schmunzeln.»

Bei der Frage, was für ihn Erfolg bedeutet, kommt er etwas ins Stocken. Das könne er so nicht sagen, das sei schwer zu beantworten. Nach einem Augenblick sagt er dann: «Erfolg bedeutet für mich, zufrieden und ausgeglichen zu sein.» 

Zufrieden macht ihn auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Sohn. Der 16-jährige Paolo macht seine Lehre im väterlichen Betrieb und auch der jüngere Bruder denkt bereits darüber nach. Kommt es da nie zu Reibereien zwischen Vater und Sohn, wenn beide im gleichen Betrieb arbeiten? «Nein, wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Zudem haben wir in den zwei Jahren, in denen er bei mir angestellt ist, nur etwa drei Mal persönlich zusammengearbeitet. Er ist ja in den Bäckerei tätig und hat dort einen eigenen Chef. Zudem, es ist doch etwas vom aller schönsten mit dem Sohn arbeiten zu dürfen».