Nominiert
SP-Grossrat Jürg Caflisch soll neuer Badener Stadtrat werden

In einer spannenden Ausmarchung hat die SP in geheimer Abstimmung Jürg Caflisch (53) zu ihrem Stadtratskandidaten nominiert. Er kam auf 22 Stimmen, sein Kontrahent Erich Obrist (55) auf 19 Stimmen.

Roman Huber
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Jürg Caflisch, als SP-Stadtratskandidat nominiert.

Jürg Caflisch, als SP-Stadtratskandidat nominiert.

Alex Spichale

Noch vor den Sommerferien hat die SP Baden klargemacht, wen sie als Nachfolger von Daniela Berger auf ihren zweiten Stadtratssitz heben will. In einer geschlossenen ausserordentlichen Parteiversammlung bei weit über 30 Grad Celsius im Amtshimmel hat sie in einer geheimen Kopf-an-Kopf-Abstimmung mit drei Stimmen Unterschied Jürg Caflisch auf den Schild gehoben. Erich Obrist kam immerhin auf 19 Stimmen. Die Ersatzwahl findet am 18. Oktober statt.

Schon vor der Nominationsversammlung stand fest, dass es zu einer spannenden Ausmarchung kommen würde. So war es bereits vor zwei Jahren, als die SP als Nachfolgerin von Daniel Oehrli schliesslich Regula Dell’Anno mit zwei Stimmen Unterschied den Vorzug gab. Damals war Caflisch der Verlierer. Diesmal darf er sich in der Gewinnerrolle sehen: «Ich glaube, dass es schliesslich dem Wunsch der breiten Parteibasis entspricht, denjenigen Kandidaten in den Stadtrat zu schicken, der dort eine dezidiertere Haltung vertreten wird.» Dass seine Nomination die Bürgerlichen womöglich eher zu einer Kampfkandidatur animiert, kann er sich vorstellen: «Ob es zu einer Kampfwahl kommt, wird sich weisen. Es ist das legitime Recht jeder Partei, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken», sagt Caflisch

«Es hat sich gezeigt, dass die SP mehrere Persönlichkeiten in ihren Reihen hat, die sie in die Ersatzwahl schicken könnte», erklärt Co-Parteipräsidentin Selena Rhinisperger. Bei der Nominationsversammlung gab es zuerst eine Vorstellungs- und dann eine Fragerunde. Dann kamen aus der Runde vereinzelte Voten für beide Kandidaten. «Als langjähriger Einwohnerrat und amtierender Grossrat bringt Jürg Caflisch viel politische Erfahrung mit», erklärt Rhinisperger. In seiner langen Zeit im Einwohnerrat (13 Jahre) und als Fraktionspräsident (7 Jahre) habe er bewiesen, dass er sowohl die Anliegen der SP vertreten könne als auch das Interesse der Stadt im Blick habe, ist die Parteileitung überzeugt. «Dank seiner breiten beruflichen und politischen Erfahrung und nicht zuletzt mit seiner Management-Ausbildung und Führungserfahrung kann er wichtige Fähigkeiten in den Stadtrat einbringen», fügt Selena Rhinisperger an, womit sie wohl auch auf gewisse Defizite im Stadtrat hindeuten will.

Sportlich nimmt es Erich Obrist als Verlierer: «Natürlich bin ich enttäuscht. Der Entscheid hätte genau so gut anders ausfallen können. Doch ich bin überzeugt, dass Jürg Caflisch ein würdiger SP-Stadtrat wird.» Welche persönlichen Schlüsse er in Bezug auf seine politische Zukunft ziehen werde, liess er gestern offen: «Ich habe heute in der Schule viel Holz zersägen können, und es hat mir ausserordentlich gut getan», sagt der Lehrer für Gestaltung sinnbildlich für seinen Gemütszustand.

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