Die Einwohnerratsmitglieder Alex Berger (SP) und Iva Marelli (Team) wollen den Stadtrat beauftragen, dass er zwischen dem Mättelipark (unterhalb Thermalbad) und dem Kappisee vereinfachte Möglichkeiten am Limmatufer schafft, wo man ins Wasser ein- respektive aussteigen kann.

«Baden in Baden» sei eine Aktivität, die der Stadt den Namen gebe, erklären die beiden Einwohnerräte in ihrem dringlichen Postulat. «Nicht nur in den Thermen oder im Terrassenbad, sondern auch im Fluss», fügen sie an. Ihr Anliegen erachten sie darum als dringlich, weil mit den Neubauten im Bäderquartier insbesondere im Mättelipark der richtige Augenblick da sei, um ein solches Projekt zu realisieren.

Seit Eröffnung des Kappisees hätten viele Einwohnerinnen und Einwohner das Baden in der Limmat wieder entdeckt, heisst es in der Begründung des Vorstosses. Offizielle Einstiegs- oder Ausstiegsmöglichkeiten würden jedoch fehlen. Solche liessen sich punkto Investitionen und Unterhalt realisieren, ohne dass man dafür viel Geld ausgeben müsse, sind Berger und Marelli überzeugt. Beim Mättelipark wäre ein solcher Ein- respektive Ausstieg auch dem Kanuclub Baden-Wettingen unterhalb seiner Trainingsstrecke sehr dienlich, liess sich der Klub gemäss Postulanten vernehmen.

Für gute Schwimmer problemlos

Laut Andreas Doessegger, Leiter Abteilung Betrieb und Kraftwerke bei der Regionalwerke AG Baden, müsse man den Ausstieg vor dem Wehr im Kappelerhof genau betrachten: «Bedingung ist, dass sich dieser genügend weit vor dem Wehr befindet, damit bei Schleusenöffnung keine Gefahr besteht», erklärt Doessegger. Auch unterwegs sollte es nach seiner Meinung Ausstiegsmöglichkeiten geben. Ansonsten sei das Schwimmen im Fluss auf eigene Verantwortung für gute Schwimmer auf diesem Abschnitt problemlos, vorausgesetzt, die Wasserführung erlaube es, sagt Doessegger. Er verweist auf die Badeverbotstafeln zwischen altem Wehr und Kraftwerk sowie im Kappisee wegen der Gefahr bei Schleusenöffnungen.

Die städtische Abteilung Entwicklungsplanung befasst sich seit vielen Jahren mit der Aufwertung des Limmatraums. Das Anliegen figurierte bereits im Planungsleitbild 1998. Ein erster konkreter Anlauf war eine Konzeptstudie, welche die Stadt Baden zusammen mit Obersiggenthal im Jahr 2003 erarbeiten liess. Mit dem Freiraumkonzept und der Richtplanung Natur und Landschaft Stadt Baden kam das Thema im Jahr 2004 wieder zur Sprache. Im Jahr 2007 entstand in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ennetbaden das Konzept Aufwertung Limmatraum. Dieses floss danach in den Entwicklungsrichtplan Bäderquartier ein, der im Jahr 2010 verabschiedet wurde. Ein Jahr später erschien der Masterplan Limmatraum, der für künftige Vorhaben massgebend ist. Laut Rolf Wegmann, Leiter Entwicklungsplanung Stadt Baden, stünde einer Flussbadestrecke nichts im Wege, solange die Interessen des Naturschutzes und der Anwohner berücksichtigt würden.

Mehrere Vorstösse

Der Vorstoss Berger/Marelli ist einer von mehreren, die der Stadtrat bereits entgegennehmen musste. Im April 2006 überwies der Einwohnerrat das Postulat von Jan Widmer (SVP), der betreffend Aufwertung des Limmatufers als Naherholungsgebiet Sitz- und Liegestufen im Bereich Tränenbrünneli forderte. Aufgrund der damals geschätzten Baukosten von 460 000 Franken wurde die Investition jedoch vertagt.

Im Jahr 2011 folgte ein Postulat von Andrea Arezina (SP). Sie forderte den Stadtrat auf, zu prüfen, ob und wo sich die Limmat zwischen Kraftwerk Aue und Kappisee als Flussbad eignen würde und wo Liege- und Sitzplätze eingerichtet werden könnten. Damals wies der Stadtrat darauf hin, dass eine Flussbadi zwischen Kraftwerk Aue und Bädergebiet nicht geeignet sei, unter anderem wegen des Abflussregimes beim Kraftwerk Aue. Aufenthaltsmöglichkeiten zwischen Bädergebiet und Kappisee seien wegen der Topografie, der Eigentumsverhältnisse sowie Konflikte mit dem nahegelegenen Wohngebiet nur beschränkt vorhanden. Der Stadtrat versprach indes, die Sitzstufen im Bereich des Tränenbrünnelis gestützt auf den Masterplan wieder aufzunehmen.

Einen weiteren Anlauf unternahm Karin Bächli (SP) im September 2013, die sich in ihrer Anfrage erkundigte, wie es nun um das Projekt Sitz- und Liegestufen stehe. Das vom Stadtrat als «wünschbar» eingestufte Projekt bleibe vorläufig in der Schublade, hiess es.