Baden

Soll die Stadt das Trafo noch mit Steuergeldern subventionieren?

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Das Trafo in Baden.

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Das Trafo in Baden.

Einwohnerrat Fritz Bosshardt möchte vom Badener Stadtrat wissen, ob und wie die Stadt das Kongresszentrum in Zukunft mitfinanzieren will.

Wie viel Geld zahlt die Stadt Baden an das Kultur- und Kongresszentrum Trafo? Und ist es überhaupt Aufgabe der Stadt, ein Kongresszentrum mitzufinanzieren? Das will Einwohnerrat Fritz Bosshardt (Team Baden) mit einer Anfrage vom Stadtrat wissen. Die Antwort dürfte nicht ganz einfach sein. Denn: Als vor 20 Jahren der Badener Kursaal zu einem Spielsaal des Grand Casinos umgebaut wurde, ging eine Ära in der Geschichte des Kurorts zu Ende.

Seit 1875 diente der prächtige Bau im Kurpark als Vergnügungslokal für rauschende Feste, Tanz und Unterhaltung. Als Ersatz für den Kursaal dient seit der Umnutzung der Trafosaal am Brown-Boveri-Platz als neuer Stadtsaal für Vereine und für die Bevölkerung. So weit so gut. Doch die Trägerschaft im Kultur- und Kongresszentrum Trafo ist relativ kompliziert. Die Stadtcasino Baden, die Betreiberin des Grand Casinos, verpflichtete sich damals, den Innenausbau des Trafosaals mit sechs Millionen Franken mitzufinanzieren und für den Betrieb des Saals aufzukommen.

«Die Bedürfnisse haben sich stark verändert»

Heute ist das Kongresszentrum Trafo I mit dem grossen Saal, dem Glassaal sowie zahlreichen Nebenräumen im Besitz des UBS-Immobilienfonds «Swissreal». Von diesem Fonds mietet die Stadt Baden die Räume und vermietet sie wiederum an die heutige Betreiberin, die Trafo Betriebs AG, an der die Stadtcasino AG zur Hälfte beteiligt ist.

Die Stadt übernimmt dabei Mietzinsdifferenzen von rund 800'000 Franken im Jahr. Hinzu kommen weitere jährliche Kosten für die Stadt, etwa für den Unterhalt der Hallen 36 und 37 und für Subventionen für Badener Vereine, welche den Trafosaal mieten. Alles in allem kostet die Beteiligung am Betrieb des Trafos die Stadt rund 1,3 Millionen Franken im Jahr. Nicht mit eingerechnet sind dabei unter anderem auch weitere Subventionen für Kulturveranstaltungen im Trafo.

Fritz Bosshardt schreibt in seiner Anfrage, die Bedürfnisse der Badener Bevölkerung hätten sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Es gäbe zahlreiche weitere Säle in der Stadt, wie etwa das Nordportal, die Druckerei im BT-Hochhaus, die Stanzerei, die Alte Schmiede oder auch den Tägi-Saal in Wettingen. Das Trafo hingegen werde heute mehrheitlich für private Kongresse und Veranstaltungen mit überregionalem oder nationalem Charakter genutzt. Die Nutzung des Trafosaals als Stadtsaal, wie sie bei der Volksabstimmung im Jahr 2000 im Vordergrund stand, sei in den Hintergrund gerückt.

«Mir ist es wichtig, dass die städtische Subventionierung des Trafos rechtzeitig diskutiert wird, bevor 2022 nach 20 Jahren Betrieb neue Verträge ausgehandelt werden müssen», sagt Bosshardt. Die kommerzielle Nutzung überwiege heute. Voraussichtlich im kommenden Herbst will der Stadtrat die Anfrage im Einwohnerrat behandeln und eine Antwort vorlegen.

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