Für die Bevölkerung war es eines der Hauptanliegen im neuen Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV): der Durchgangsverkehr in der Schartenstrasse.

Dass er den dortigen Anwohnern ein Dorn im Auge ist, zeigte sich einmal mehr in den zahlreichen Eingaben beim Mitwirkungsverfahren zum neuen KGV. 27 Eingaben mit 99 Anträgen und Stellungnahmen gingen von Bevölkerung und Interessengruppen ein.

«Darunter befanden sich auffällig viele Eingaben zur Schartenstrasse», sagte Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) anlässlich einer Medienorientierung Anfang Woche. Der Gemeinderat behält sich deshalb vor, auf der Schartenstrasse bereits verkehrsberuhigende Massnahmen zu ergreifen und nicht erst abgestimmt auf das kantonale Bauvorhaben am Brückenkopf Ost 2018 zu warten.

Zielsetzung für 15 bis 20 Jahre

Das Planwerk selber beinhaltet noch keine einzelnen, konkreten Massnahmen, sondern definiert die verkehrsplanerischen Ziele der Gemeinde für die kommenden 15 bis 20 Jahre.

Insgesamt beinhaltet der KGV 33 Handlungsbereiche. Wobei die Themen Verkehrssicherheit und -beruhigung sowie Siedlungs- und Wohnqualität den Mitwirkenden besonders wichtige Anliegen waren. Aufgrund dieser Erkenntnis sei eines der ersten Vorhaben, in den Wohnquartieren den Verkehr zu beruhigen, erklärte Dieth.

In einem ersten Schritt soll auf der Achse Tägerhard-/Weberstrasse, im Bereich der Weberstrasse Tempo 30 eingeführt werden. Damit wird die bestehende 30er-Zone im Chlosterfeld mit der geplanten im Freiquartier zusammengeschlossen.

Auch entlang der Bifangstrasse sollen solche verkehrsberuhigten Zonen eingeführt werden. «Ziel ist es, mit solchen Massnahmen den Durchgangsverkehr aus der Region insbesondere auf die Schwimmbadstrasse als eine der Hauptverkehrsachsen nebst der Landstrasse zu führen», sagte Dieth.

Ebenfalls hat die Erhöhung der Sicherheit für Schul- und Kindergartenkinder sowie Personen mit erhöhtem Schutzbedürfnis Priorität. Dieth: «Insbesondere in der Umgebung von Schulhäusern sollen Fussgängerstreifen realisiert werden, auch wenn sie sich in einer Tempo-30-Zone befinden. Gehwege sollen behindertengerecht gebaut werden, mit Absenkungen für Rollstuhlfahrer und wo nötig mit Blindenmarkierungen.»

Autoreduziertes Wohnen möglich

Allgemein bekommen Fussgänger und Velofahrer künftig mehr Bedeutung zugesprochen. Lücken im bestehenden Fusswegnetz wie auch im Velowegnetz sollen geschlossen werden. Für Radfahrer sollen Abbiege- und Querungshilfen sowie zusätzliche Parkierungsanlagen geschaffen werden.

Weiter sollen ein kommunales Parkraumkonzept und ein Parkierungsreglement erarbeitet werden. «In Bereichen mit einer hohen Dichte an öffentlichem Verkehr werden künftig weniger Parkplätze verlangt, wenn die Bauherrschaft ein entsprechendes Mobilitätsmanagement vorlegt», sagte Markus Dieth. Dadurch werde autoreduziertes Wohnen ermöglicht.

Die Festlegung der Linienführung und Trasseesicherung der Limmattalbahn ist auf die Jahre 2019 bis 2021 datiert. Als Fernziel nach 2023 ist unter den 33 Bereichen die S-Bahn-Haltestelle Tägerhard aufgeführt.