Das legale Gras eroberte 2017 die Schweiz. Auch in Baden verbreiten zwei Geschäfte seit letztem Jahr den Geruch der CBD-Hanfpflanze. «Haben Sie einen Gras-Pass oder hätten Sie gerne einen? Viel Spass beim Rauchen wünsch ich ihnen.»

Seit rund einem Jahr hört man in Baden diese Frage bei den CBD-Läden. Das Interesse an legalem Gras war schweizweit riesig. Laut Medienberichten schwindet der Hype. Die Neugierde, etwas Neues zu probieren, und das Gefühl, man könne legal «bekifft» sein, seien nun verschwunden, heisst es.

Davon will der Ladenbesitzer des im Februar eröffneten «Green Diamond» an der Rütistrasse, dem ersten CBD-Shop im Bezirk, Marko Marjanovic, nichts wissen. «Natürlich ist es nicht wie in den ersten Wochen, als die Kunden bei uns Schlange standen. Aber das Geschäft läuft gut.» Nebst dem Gras gibt es Gebäck, Getränke, Fachliteratur und Kosmetik rund um die Pflanze zu kaufen. «Das ist abgesehen von dem Cannabidiol eine weitere Einnahmequelle. Die Stammkundschaft bleibt uns trotz steigender Konkurrenz treu», sagt Marjanovic.

«Nicht nur ein Kiffershop»

Auch «DeLadevoBade» hat nach eigenen Aussagen eine loyale Stammkundschaft. Im April öffnete der CBD-Shop in der Weite Gasse. «Nach einem Monat haben wir bereits die Gewinnschwelle erreicht. Die Zahlen sind zwar durch das Überangebot wieder gesunken, aber jetzt ziemlich konstant,» sagt Marc Burnier, Besitzer von «DeLadevoBade».

Ihm war es wichtig, nicht nur Gras anzubieten. «Wir wollen nicht nur ein ‹Kiffershop› sein. Es riecht zwar nach Gras, aber ein Blumenladen muss ja auch nach Blumen duften.» Im Laden von Burnier stehen Getränke und Fachlektüre, aber auch Kleidung im Hip-Hop-Stil kann man kaufen. Mit verschieden Gras-Sorten mit witzigen Namen wie «Nordstern», «fruchtiger Max» oder «Camel Toe» soll bei der Kundschaft gepunktet werden.

Die in Zürich bereits bekannte «Green Passion»-Filiale möchte jetzt ebenfalls im Bezirk Fuss fassen und hat im Dezember an der Hauptstrasse in Neuenhof einen weiteren Laden aufgemacht. «Wir wollten im Aargau präsent sein und sind an einer sehr guten Verkehrslage, dementsprechend läuft unser Geschäft», sagt Thomas Bär, Mitglied der Geschäftsleitung des Green-Passion-Teams.

«Das ist für mich eher ein Gag»

Seit Juli gibt es nebst dem Gras der CBD-Läden auch Hanfzigaretten der Marke «Heimat» zu kaufen. Als einzige nationale Tabakfirma verkauft das Unternehmen namens Koch & Gsell Zigaretten, die mit Schweizer Tabak und Hanf gefüllt sind.

Zu den CBD-Zigaretten mit dem Namen «Heimat» hat Bär eine klare Meinung: «Das ist für mich eher ein Gag. Ausserdem sind die mit Tabak gefüllt, was wiederum gesundheitsschädlich ist und abhängig macht. Vielleicht probiert man die mal, wenn man sich keinen Joint drehen kann. Aber durch die Heimatzigaretten wird unser Geschäft nicht tangiert», so Bär. Trotzdem wird die Hanf-Zigarettenpackung laut Radio Energy 30 000-mal pro Woche verkauft.

«Black Widow» mit mehr Inhalt

Auch die Hanf-Produktionsfirma «Next Tröber AG» mit Sitz in Gebenstorf ist mit den Verkaufszahlen nach wie vor zufrieden. «Wir verkaufen momentan gleich viel CBD-Gras wie letztes Jahr. Trotzdem mussten die Verkaufspreise oder Verpackungsmengen durch die steigende Konkurrenz angepasst werden», sagt Patrick Fiechter, Mitinhaber der Firma.

So werden die CBD-Dosen namens «Black Widow» der Gebrüder Fiechter mit 0,3 Gramm mehr Cannabidiol gefüllt als vorher, behalten aber ihren Preis von Fr. 21.50 pro Dose. Sorgen machen müssen sich die Brüder deshalb nicht. «Da wir viele andere Tabakwaren und Produkte vermarkten und damit grössere Kanäle versorgen können, sind wir mit unserer Geschäftsentwicklung nach wie vor sehr zufrieden.»

Trotz Medienberichten über schliessende Geschäfte, Hanfzigaretten und den wachsenden Onlinemarkt im CBD-Geschäft, scheinen die Unternehmen im Bezirk stabil zu sein. Daher dürften die Ladenbesitzer ihrer Kundschaft weiterhin viel Spass beim Rauchen wünschen, und auch künftig ist die Chance gross, beim «DeLadevoBade» sein elftes CBD-Päckchen zum halben Preis zu kaufen.