Wer in Untersiggenthal oder Turgi die Spülung betätigt, merkt keinen Unterschied. Doch Fakt ist: Seit Oktober 2016 wird das Schmutzwasser aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Unterau in Ennetturgi in der ARA Windisch gereinigt. Zuerst provisorisch, seit März dieses Jahres definitiv. Dafür wurde die ARA Unterau zu einem Pumpwerk umgestaltet und ab Dezember 2015 hat man an der Kläranlage während fünf Monaten eine 1,6 Kilometer lange Pumpleitung angelegt. Diese geht unter der Limmat, der Aare und einigen Wohnhäusern hindurch und schliesst am Pumpwerk Auhof in Brugg an, von wo das Abwasser schliesslich nach Windisch weitergeleitet wird.

Sinnvoller Rückbau

Projektleiter Manuel Rey ist verantwortlich dafür, dass das anfallende Abwasser der Gemeinden Untersiggenthal und Turgi erfolgreich an die ARA Windisch befördert wird. Die Abwasserreinigung zu verlagern, sei im Sinne des Gewässerschutzes, sagt Rey: «Der Anschluss an grössere Anlagen macht Sinn, weil diese eine höhere Betriebssicherheit und eine bessere Reinigungsleistung aufweisen als kleinere Anlagen. Zudem werden durch diese Lösung die Kosten der Abwasserreinigung auf mehrere Gemeinden verteilt.»

Die Kläranlage Unterau wird seit Juli und noch bis Ende Jahr zurückgebaut. «Die Anforderungen an die Anlage sind über die Jahre gestiegen, die nötigen Investitionen wären sehr teuer gewesen», sagt Hans Killer, Präsident des Abwasserverbandes Untersiggenthal-Turgi. Darum habe man schon 2011 beschlossen, die im Jahre 1972 gebaute ARA Unterau aufzugeben.

Die restlichen Fundamente der Anlage in Ennetturgi werden in den nächsten Monaten entfernt. Einzig das sogenannte Pumpenhaus mit zwei Trockenwetterpumpen und die Trafostation bleiben bestehen, um den Pumpbetrieb weiterhin zu gewährleisten. Was mit dem Rest des Areals geschehen wird, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig fest, sagt Hans Killer. «Geplant ist eine naturnahe Gestaltung der Grünflache. Das Land wird aber mit Sicherheit nicht landwirtschaftlich genutzt werden.»