Baden

Sie haben alles auf eine Karte gesetzt – und kochen jetzt mit Dampf und Liebe

Philippe Schuppisser und Stefan Krause bieten im «Vap Vap» gesundes Fast Food.

Philippe Schuppisser und Stefan Krause bieten im «Vap Vap» gesundes Fast Food.

«Wir setzen alles auf eine Karte»: Zwei junge Männer eröffnen in Baden das Restaurant VapVap. Beide sind gelernte Köche. Sie haben sich vor fünf Jahren kennengelernt und merkten, dass sie dieselbe Arbeitseinstellung haben.

Viele Berufstätige ernähren sich einseitig: Sandwiches und vorgefertigte Speisen machen sich bald in Form überflüssiger Pfunde bemerkbar. Da viele in der Mittagszeit kaum Zeit haben, holen sie sich Fast Food – und dieser ist meist ungesund. Philippe Schuppisser und Stefan Krause wollen mit ihrem Restaurant VapVap eine gesunde Alternative schaffen.

Sowohl Philippe Schuppisser wie auch Stefan Krause haben schon Erfahrung in der Gastronomie. Beide sind gelernte Köche. Philippe Schuppisser ging nach der Lehre er an die Hotelfachschule Luzern. Danach arbeitete der 30-Jährige in Hamburg und Irland. Der 27-jährige Stefan Krause arbeitete nach der Lehre in Birmenstorf in verschiedensten Betrieben.

Kochen mit Dampf geht schnell

Vor fünf Jahren lernten sich die beiden im Chämi Metzg in Fislisbach kennen. «Da haben wir erstmals gemerkt, dass wir dieselbe Arbeitseinstellung haben und dasselbe wollen», sagt Schuppisser. Im Herbst 2018 hat sich bei den beiden die Idee festgesetzt, ihren eigenen Betrieb zu eröffnen. Im Sommer darauf haben sie dann entschieden, «dass wir alles auf eine Karte setzen», sagt Schuppiser. Beide haben per Ende letzten Jahres ihren Job gekündigt, um sich voll auf den eigenen Betrieb zu konzentrieren.

Dank Dampfgaren bleiben alle Nährstoffe im Essen.

Dank Dampfgaren bleiben alle Nährstoffe im Essen.

Der Name «VapVap» kommt vom französischen Wort vapeur, was Dampf bedeutet. Dieser Name gehört zum Konzept: Das VapVap-Team kocht ausschliesslich mit Dampf. In der Thekenvitrine stehen Körbchen mit Fleisch, Fisch, vegan und allergenfreien Menus. Der Kunde wählt ein Körbchen aus, woraufhin dieses im Dampfsteamer gegart wird. Das hat den Vorteil, dass durch den Druck nahezu keine Nährstoffe und Vitamine entfliehen können. Ausserdem geht das Garen im Steamer sehr schnell.

Wirte legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit

Die Zubereitung eines Körbchens dauert lediglich vier bis fünf Minuten. Neben dem Aspekt, dass es schnell gehen kann, ist den beiden wichtig, auch Menus für Allergiker oder Leute mit Unverträglichkeiten anzubieten. «Für ebendiese Menschen ist es nämlich nochmals schwieriger, etwas über den Mittag zu finden», sagt Philippe Schuppisser.

Aber auch wenn es schnell geht, soll das Essen nicht zur reinen Nahrungsaufnahme verkommen. «Wir wollen, dass unser Essen alle Sinne anspricht», sagt Stefan Krause. Es soll geschmacklich gut sein, aber auch gut aussehen. «Es soll einfach Spass machen, unsere Menues zu essen», sagt Schuppisser.

Die Wirte legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Verpackungsmaterial ist biologisch abbaubar, das Besteck und die Körbchen sind aus Holz. Die Körbchen werden ausserdem nach dem Gebrauch gereinigt, sterilisiert und nochmals verwendet. Bei den Produkten achten die Wirte darauf, dass sie wenn möglich regional einkaufen. Die Getränke sind alle bio und die Esswaren sind mindestens IP-Suisse-Standard.

Baden ist ihr Traumstandort

«Für uns ist eigentlich nur Baden als Standort in Frage gekommen», sagt Stefan Krause. Beide wohnen in Baden und sind schon seit rund 20 Jahren in Baden unterwegs. «Dadurch sind wir hier gut vernetzt», sagt Krause. «Ausserdem sind die Badener ein offenes Volk und somit auch offen für neue Konzepte», fügt Schuppisser hinzu.

Mut zur Selbstständigkeit trotz Coronakrise

«Natürlich gibt es bessere Zeitpunkte, um ein Restaurant zu eröffnen», sagt Schuppisser. Als Corona aufkam, haben die Wirte ihren Traum des eigenen Restaurants erst mal beiseitegelegt. «Dann fanden wir dieses Lokal an der Rathausgasse 20», sagt Stefan Krause. Mit dem perfekten Lokal war für die beiden klar, dass sie jetzt Mut zeigen müssen.

«Mut muss man sowieso haben, wenn man sich selbstständig macht. Wenn man dann noch die Option mit so einer schönen Lokalität bekommt, muss man einfach zuschlagen und auf das Beste hoffen», sagt Schuppisser. Ausserdem sind die beiden vorbereitet: «Falls doch ein zweiter Lockdown kommt, bietet das VapVap weiterhin Take-away an», sagt Schuppisser. Auf der Rückseite des Lokals haben die Wirte ein Küchenfenster installiert, um Take-away coronakonform anbieten zu können.

Für die nahe Zukunft wünschen sich die beiden Wirte dennoch, dass ihr Restaurant geöffnet bleiben kann. Langfristig hoffen sie, dass sie sich in Baden etablieren können. «Grundsätzlich hoffen wir auf eine gute Zeit mit tollen Kunden und leckerem Essen», bringt es Philippe Schuppisser auf den Punkt.

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