Die Stadt Baden und mit ihr die Region machen schwierige Zeiten durch. Erst im Dezember teilte der US-Konzern General Electric – kurz GE – mit, im Aargau 1400 Stellen abbauen zu wollen. 1100 davon alleine in Baden. Auf einen Schlag gehen mit diesem Abbau rund vier Prozent aller Arbeitsplätze in Baden verloren.

Es ist bereits die zweite Abbaurunde bei GE, nachdem in den letzten zwei Jahren bereits 1000 Stellen gestrichen wurden. Wenn es einer der drei grossen Firmen ABB, GE (vormals Alstom) oder Axpo mit Sitz in Baden schlecht geht, kommt das Thema Klumpenrisiko auf. Denn diese drei trugen jahrelang massgeblich zum hohen Steuerertrag bei.

2008 verzeichnete Baden noch Aktiensteuern von 32,7 Millionen Franken. Die drei Grossfirmen zahlten zusammen 23,92 Millionen Franken. Doch seit 2015 sind die fetten Jahre vorbei. 2016 belief sich der Ertrag der juristischen Personen auf gerade noch 13,676 Millionen Franken. ABB, Axpo und GE zahlten zusammen nur noch 5,3 Millionen Franken, was 39 Prozent der Steuereinnahmen von Firmen entsprach. Eine Entspannung in der Energie- und Strombranche ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Mit der vollständigen Stromliberalisierung ist mit einem weiter anhaltenden internationalen Preisdruck zu rechnen.

Wichtig: Geht es den drei «Grossen» nicht gut, betrifft das nicht nur die Stadt Baden, sondern die ganze Region. So sind vom massiven Abbau viele Zulieferfirmen und auch die Gastronomie, die Hotelbranche oder der Immobilienmarkt betroffen.

Um das Klumpenrisiko zu vermindern, setzt die Stadt alles daran, die Wirtschaft breiter aufzustellen. So hat sich in Dättwil bereits ein kleiner Cluster von Medizinaltechnologie-Firmen angesiedelt. Erfreulich ist, dass die übrigen juristischen Personen 2016 mit 8,3 Millionen Franken fast gleich viel Steuereinnahmen wie vor acht Jahren generierten. Auch sonst gibt es immer wieder Erfreuliches. So hat der Röntgendetektoren-Hersteller Dectris AG letztes Jahr seine erste Tochterfirma in den USA in Betrieb genommen. Der IT-Dienstleister Avectris konnten den Personalbestand in den letzten Jahren sukzessive ausbauen.