Heimat, Tradition, Engagement. Auf diese Stichworte konzentrierte sich Andreas Münch, Mitglied der Migros-Generaldirektion, an seiner Festrede in Ennetbaden. Heimat sei nicht der Geburtsort, sondern wo die Vorfahren herkommen. Der Begriff sei schwierig zu erklären, doch ein persönliches Beispiel sollte helfen: Münch hat an der Badenfahrt einen alten Schulkollegen getroffen, der vor 40 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist. «Aber für die Badenfahrt musste er einfach nach Hause kommen.»

Mit witzigen Anekdoten verbildlichte Münch, was es heisst, Schweizer zu sein. So sei er kürzlich auf einem Campingplatz gewesen und habe sich harte Eier gekocht. «Und was hatte es am Campingtisch nebenan?», fragt er die Runde. Lachend schallte ihm die Antwort aus dem Publikum entgegen: «Aromat.» Denn schliesslich essen Schweizer ihre Eier nicht ohne Aromat. Genauso wie sie ihre Cervelats nicht ohne die typischen, eingeschnittenen «Füssli» essen.

Zudem gebe es zwei Typen von Schweizern: «Der Eine ist wie eine Kokosnuss, etwas haarig und mit einer harten Schale», fand Münch. «Der Andere eher eine Ananas: Anfangs zwar etwas stachelig, aber mit einem grossen, weichen Inneren.» Das führe denn auch zu Engagement, das sich in der Gemeinschaft zeige. Zusammen ergeben die drei Stichworte den Anker der Gesellschaft. Und wie sich ein Schiff nicht mit heruntergelassenem Anker bewege, passen sich auch diese Werte der Zeit an. (sku)