Das Gemeindehaus platzt aus allen Nähten: Der Abwart muss mit einem Büro im Korridor vorliebnehmen und einige Sitzungszimmer mussten bereits in Büros umgewandelt werden. Doch Spreitenbach wächst weiter und mit den steigenden Bevölkerungszahlen nimmt auch der Personalbedarf der Gemeinde zu. Die Folgen sind absehbar: Das heutige Gemeindehaus müsste entsprechend ausgebaut werden. In den nächsten 1 bis 3 Jahren könnte Spreitenbach um bis zu 2500 Einwohner wachsen. Wird erst die Bau- und Nutzungsordnung überarbeitet, schafft das Wohnraum für zusätzliche 1500 Einwohner. Die Überarbeitung wird voraussichtlich bereits kommendes Jahr in Angriff genommen. Dadurch kann die Zahl von heute 11 200 Einwohner auf gut 15 000 wachsen.

Damit wird auch der Schulraum im Gebiet Zentrum knapp. Obwohl dort nebst dem Gemeindehaus bereits vier Schulhäuser mit zwei Turnhallen stehen, kommt die aktuelle Schulraumplanung zum Schluss, dass die Gemeinde in diesem Gebiet ab 2022 zusätzlichen Schulraum bereithalten sollte. Für das benötigte Schulhaus wurden verschiedene Standorte geprüft – darunter auch das Gemeindehaus. Der Plan des Gemeinderats: Statt das Gemeindehaus aus- und ein neues Schulhaus zu bauen, wird Ersteres in ein Primarschulhaus umgebaut. «Für ein Primarschulhaus im Zentrumsgebiet wäre die Lage ideal», sagt Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP). Denn so liessen sich die Turnhallen und die Aula bei der Schulanlage Zentrum auf der gegenüberliegenden Seite der Poststrasse nutzen. «Es ist eine sehr kostengünstige Variante, die auch die örtlichen Begebenheiten berücksichtigt», sagt Schmid.

Neues Gemeindehaus beim Werkhof

Das heutige Gemeindehaus, das 1964 erstellt wurde, als Spreitenbach kaum 3000 Einwohner zählte, wurde bereits Anfang der 90er-Jahre um einen Eingangsbereich und einen Annexbau erweitert, denn die Bevölkerung hatte sich inzwischen verdreifacht. Es soll durch einen Neubau ersetzt werden und nur 200 Meter entfernt, auf dem Areal des Werkhofs und der Feuerwehr Spreitenbach-Killwangen zu stehen kommen.

Nächster Schritt: Ideenstudie

Für diesen Neubau wird der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung vom 21. Juni einen Kredit für eine Ideenstudie beantragen. Kostenpunkt: 210 000 Franken. Die Studie soll Möglichkeiten für eine geeignete Gebäudestruktur für die Verwaltung aufzeigen. Schmid vergleicht das Projekt mit einem Architekturwettbewerb: «Das beste Projekt soll realisiert werden.» Verläuft die Studie nach Plan, können die Stimmbürger an der Sommer- oder dann der Wintergmeind 2017 über den Projektierungskredit für den Neubau entscheiden.

Genehmigen die Stimmbürger im Juni den Studien-Kredit, könnte auch bald der Kreditantrag für den Umbau des Gemeindehauses zu einem Primarschulhaus auf dem Tisch liegen. «Wir haben innerhalb der Schulraumplanung bereits relativ konkrete Pläne ausgearbeitet», sagt der Gemeindepräsiden. Die Kosten stünden jedoch noch nicht fest. Auch der Kostenrahmen für den Neubau wird erst mit der Ideenstudie aufgezeigt.