Baden
Schulhausplatz: Ab heute ist alles anders

Am Schulhausplatz in Baden werden die Lichtsignalanlagen gestellt. Ein neues Verkehrsregime schränkt den motorisierten Individualverkehr beim Schulhausplatz in Baden bis zum Bauende 2017 erheblich ein.

Roman Huber
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Blick vom Hotel Linde auf die Baustelle beim Schulhausplatz.

Blick vom Hotel Linde auf die Baustelle beim Schulhausplatz.

Noemi Landolt

Seit frühmorgens um 5 Uhr gilt es für alle Autofahrer ernst: Auf der Schulhausplatz-Kreuzung wird die Auswahl an Fahrtrichtungen für die Automobilisten stark eingeschränkt (siehe Karte oben).

Konkret: Gab es auf den vier zum Schulhausplatz führenden Strassenachsen bislang 12 verschiedene Fahrtrichtungsmöglichkeiten, so sind es ab heute bis Ende 2016 nur noch fünf, ab 2016 sechs. Da muss die eine oder andere Jahrzehnte lange Fahrgewohnheit wohl abgelegt werden, und das bis zum vorgesehenen Bauende im Herbst 2017.

Statt 12 nur noch 5 Fahrtrichtungen möglich

Die Einschränkungen für den Individualverkehr am Schulhausplatz im Überblick:

von Wettingen (über die Hochbrücke):
nur Richtung Bruggerstrasse;

von der Bruggerstrasse:
in die Mellinger- und geradeaus zur Neuenhoferstrasse;

von der Mellingerstrasse:
bis Ende 2016 nur in die Bruggerstrasse, nachher auch in die Neuenhoferstrasse;

von der Neuenhoferstrasse: nur gerade aus in die Bruggerstrasse erlaubt.

Aus der Grabenstrasse, dem Kirchweg und der Weiten Gasse ist die Wegfahrt nur über Hochbrücke oder Bruggerstrasse möglich.

Alle anderen Fahrtrichtungen sind für den motorisierten Individualverkehr gesperrt.

Belastungsprobe nach den Ferien

«Wir werden am Schulhausplatz nun die Lichtsignalanlage stellen», sagt Marcel Voser, Gesamtprojektleiter des Kantons. Danach werde die Verkehrssituation genau beobachtet, damit man die Anlage entsprechend auf die Verkehrsflüsse einstellen kann.

Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der grössten Strassenbaustelle im Kanton rechnet man damit, dass ein beträchtlicher Teil des Durchgangsverkehrs Baden grossräumig umfahren wird. Das Problem liegt darum eher bei den 85 Prozent hausgemachten Verkehrs.

Die Projektleitung rechnet damit, dass sich die gesamte Verkehrsfrequenz am Schulhausplatz durch das provisorische Verkehrsregime um rund 30 Prozent reduzieren wird.

Die Ferienzeit kommt sehr gelegen, ermöglicht sie es doch, erste Erfahrungen zu machen. Die richtige Belastungsprobe steht dann nach den Sommerferien an, wenn der normale Werktagsverkehr wieder einsetzen wird. «Wir werden dann sehen, wie es zu Spitzenzeiten aussieht», fügt Voser an.

Weil die Arbeiten für die Neugestaltung während der ganzen Bauzeit viel Platz in Anspruch nehmen, muss man die Anzahl der Fahrspuren reduzieren. Stark eingeschränkt wird der Verkehr über die Hochbrücke.

Wer heute von Wettingen her nach Dättwil fahren will, der weicht über die Autobahn und den Bareggtunnel aus. Wer nur in den Meierhof muss, kann auch den Umweg über Ennetbaden und die Siggenthalerbrücke machen.

Wettinger am meisten betroffen

Das neue Verkehrsregime im Zentrum von Baden trifft die Wettinger Autofahrer am härtesten. Wer regelmässig oder hin und wieder über die Hochbrücke nach
Baden will, gelangt immerhin noch via Schlossbergtunnel und Bruggerstrasse zu den meisten Innenstadt-Parkhäusern.

Von den drei Achsen Brugger-, Mellinger- oder Neuenhoferstrasse über die Hochbrücke geht hingegen gar nichts mehr – ausgenommen Bus (siehe kleiner Text), Veloverkehr und Fussgänger.

Gewerbetreibende und Anwohner wurden vorgängig über die Einschränkungen orientiert. Die Überraschungen für Verkehrsteilnehmende sollten sich in Grenzen halten. Der Kanton orientiert ausserdem im Internet und auf der Homepage von Baden-Zentrum.

Bus, Velo, Fussgänger: Das sollte man wissen

Der Busverkehr ändert sich während der Bauzeit wie folgt: Die Linien 2 und N33 Richtung Spreitenbach verkehren neu ab Baden Bahnhof West (beim Langhaus) Die Haltestellen Schlossbergplatz und Weite Gasse werden nicht bedient. Die Linie 9 Richtung Kehl bedient die Haltestelle Weite Gasse nicht. Alle übrigen RVBW-Linien verkehren fahrplanmässig. Die Postautolinien nach und ins Surbtal fahren neu in Richtung Hochbrücke ohne Halt durch die Weite Gasse.

Für die Fussgänger ist seit Baubeginn der Schlossbergtunnel gesperrt. Ab 2016 wird auch die Tunnelgarage nicht mehr begehbar sein.

Für den Veloverkehr entsprechen die Einschränkungen auf der Verkehrsebene denjenigen des Autoverkehrs; ausgenommen von der Mellingerstrasse kann man in die Weite Gasse einbiegen. Auf den übrigen Verbindungen (z. B. Hochbrücke Richtung Mellingerstrasse) muss das Velo auf Ausweichrouten gestossen werden.

Die Phase 1 der Neugestaltung läuft auf vollen Touren, auf den Baufeldern «Kiste» und «Bezirksgebäude», zudem werden der Schlossbergtunnel saniert und der neue Bustunnel bereits gebaut.

Lesen Sie den Kommentar zum Verkehrsregime im Badener Stadtzentrum hier.

Die aktuellen Webcam-Bilder und alle weiteren Artikel finden Sie in unserem Dossier.

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