Am Tag der offenen Tür konnten Eltern, Schüler und Interessierte das im Sommer fertig umgebaute Schulhaus Widegass in Birmenstorf besichtigen. Morgens stand der Unterricht in den Klassenzimmern für die Besucher offen. Am Nachmittag konnte man sich bei einem Rundgang mit dem Architekten ein Bild vom renovierten Schulhaus machen. Am Abend gab es bei Würsten und Getränken eine Ansprache vom Gemeinderat und anschliessend wurde noch eine besondere Ehrung erteilt.

Die Umbauarbeiten im Unterstufenschulhaus Widegass begannen im Januar 2014 und kosteten 1,6 Millionen Franken. Pünktlich zum Ende der Sommerferien wurden die Arbeiten abgeschlossen. Sämtliche ursprünglichen Schulzimmer, die zuletzt anderweitig genutzt wurden, dienen neu wieder als Klassenzimmer. Dadurch wurden sechs zusätzliche Klassenräume geschaffen. Aus dem ehemaligen Pausenraum im Anbau wurde ein neues Lehrerzimmer mit breiter Glasfront für die Pausenplatzaufsicht. Als Ersatz haben die Schüler einen gedeckten Unterstand auf dem Pausenplatz erhalten. Das Gebäude ist nun durch einen separaten Eingang, einen Lift und neue WC-Anlagen komplett rollstuhlgängig. Feste Schränke gibt es keine mehr; alle Möbel dürfen von den Lehrpersonen nach Belieben verschoben werden.

Das klassizistische Gebäude stammt aus dem Jahr 1839. Bei den Umbauarbeiten wurde speziell Wert darauf gelegt, den Charakter des Gebäudes zu erhalten und dem Schulhaus seine ursprüngliche Gestalt zurückzugeben. «Worauf wir besonders stolz sind, ist der traditionelle Eingang über die Treppe, der jetzt neu wieder offizieller Eingang des Hauses ist», sagte Gemeinderätin Cordula Zangger. Das Schulhaus soll nun für die nächsten 30 Jahre seinen Zweck erfüllen. Insbesondere auf die Umstellung von fünf Primarschuljahre auf sechs sowie auf das Bevölkerungswachstum wollte man vorbereitet sein.

Eine verspätete Ehrung

Ein spezielles Highlight des Tages war die Ehrung des Künstlers Kurt Hediger aus Reinach. Er erhielt von der Stiftung Pro Argovia den Auftrag, einen Wandschmuck für die Schule zu gestalten. 1971 schuf er ein Mosaikbild für den Pausenraum der Kinder. Das Kunstwerk ist nach wie vor in gutem Zustand und schmückt nun das neue Lehrerzimmer. Am Tag der offenen Tür wurde das Mosaikbild – mit 40 Jahren Verspätung – vom Künstler offiziell der Gemeinde übergeben. Damals hatte man es versäumt. Erich Obrist, Präsident der Stiftung Pro Argovia erwies dem Künstler nachträglich die Ehre.

Noch sind aber nicht alle Arbeiten ab abgeschlossen. Die Gestaltung des Pausenplatzes wird in einem separaten Projekt bearbeitet. Die Kinder werden bei der Mitgestaltung aktiv miteinbezogen. Die Entwürfe sollen nach den Planungsworkshops von den Kindern selbst der Öffentlichkeit präsentiert werden. In der Folge beginnt die Gemeinde mit der konkreten Planung.