Mellingen-Wohlenschwil
Massentests für über 700 Kinder: Das mutierte Virus versetzt Kindergärtler, Schüler und Lehrer in Quarantäne

Die Sportferien stehen vor der Tür. Just davor sind an der Schule Mellingen-Wohlenschwil Coronafälle bekannt geworden, vier mit der mutierten Variante. Deshalb beginnt nun am Freitag das grosse Testen.

Pirmin Kramer
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Ein Gebäude der Schule Mellingen an der Bahnhofstrasse.

Ein Gebäude der Schule Mellingen an der Bahnhofstrasse.

Stefan Hürst

Sieben Schülerinnen und Schüler in Mellingen und Wohlenschwil haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Vier davon mit der mutierten Virusvariante. Der Kanton Aargau, konkret das Contact Tracing zusammen mit dem Kantonsärztlichen Dienst, hat nun reagiert: Alle Primarschülerinnen und Primarschüler sowie alle Kindergartenkinder plus sämtliche Lehrpersonen der gesamten Schule Mellingen-Wohlenschwil müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Sie alle stehen bis zu einem negativen Testergebnis unter Quarantäne. Dies teilt die Schule Mellingen-Wohlenschwil in einer Nachricht an die Eltern und später an die Medien mit.

Neue Regelungen führen zu Quarantäne

709 Kinder befanden sich am Mittwoch respektive am Donnerstag in Quarantäne, dazu 70 Lehrpersonen. Hinzu kommen Erwachsenen aus dem nahen Bildungsumfeld, so etwas Personen, die Aufgabenhilfe erteilt haben.

Grund für diese Verordnung seien nicht weitere Coronafälle an der Schule, sondern eine neue Weisung des Bundesamtes für Gesundheit. «Die neue Regelung besagt, dass alle Klassen einer Schule zu einem Test müssen, wenn in mehr als zwei Klassen mindestens ein Schüler oder eine Schülerin positiv auf das mutierte Virus getestet worden ist», teilt die Schule mit.

Vorbereitungen für Tests an der Schule laufen

Die Situation sei für viele Familien nicht einfach, erklären Felix Burkard, Schulleiter der Primarschule, und Schulpfleger Simon Koller, in einem Telefongespräch.

«Viele Familien haben umgehend online einen Termin bei einer Teststelle zu ergattern versucht.»

Doch sich kurzfristig testen zu lassen, sei kaum möglich, da die meisten Termine bereits vergeben seien. «Das Contact Tracing hat darauf reagiert. Ab Freitag finden an der Schule Tests vor Ort statt für alle Schülerinnen und Schüler, die bisher nicht zu einem Test gehen konnten. Sie werden durch das Team des Kantonsspital Baden durchgeführt.» Die Vorbereitungen dafür seien im Gange.

Schule geht von privaten Übertragungen aus

Bis zu den Sportferien findet an der Primarschule und im Kindergarten kein Unterricht vor Ort statt. Die Schule schreibt: «Wie immer versuchen wir alle, das Beste aus der gegebenen Situation zu machen. Unsere Lehrpersonen und unsere Schulleitung stehen den Eltern für Fragen und Sorgen gerne mit Rat und Tat zur Seite.» Und weiter:

«Wir sind zuversichtlich, dass wir nach diesen Massnahmen nach den Sportferien mit allen Klassen vor Ort in der Schule starten können.»

Bereits Anfang Woche befanden sich vier Klassen wegen bestätigter oder vermuteter Virmusmutationen in Quarantäne, in den vergangenen Wochen waren es insgesamt sieben. Doch vorerst war die Schule offen geblieben. Schulpflege und Schulleitung gehen davon aus, dass praktisch alle Ansteckungen mit dem mutierten Virus privat erfolgten und es bisher kaum Übertragungen in der Schule gegeben habe. Am Mittwoch hatte die Schulpflege Kenntnis von Kindern aus zwei Familien, die sich mit dem mutierten Virus angesteckt haben.

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