Die Reaktionen während der Filmvorführung am Dienstagabend im Badener Schulhaus Pfaffechappe waren unmittelbar und eindeutig. Die Jugendlichen im Publikum lachten, klatschten, johlten, feierten ihre Kolleginnen und Kollegen.

Die Schülerinnen und Schüler des Berufswahljahres (BWJ) und der Integrations- und Berufsfindungsklasse (IBK) hatten während dreier Monaten an einem Filmprojekt gearbeitet, das einerseits die beiden besonderen Klassen vorstellt und andererseits einen Einblick in den Schulalltag gibt.

«Wir wollten mit diesem Projekt die Jugendlichen bis zum Ende des Schuljahres auch bei der Stange halten», sagte Stephan Jost, Klassenlehrer der IBK. Das sei gut gelungen.

Und Manuela Schelbert, Klassenlehrerin des BWJ und Theaterpädagogin, sagte: «Am Anfang waren die Schülerinnen und Schüler gar nicht Feuer und Flamme, aber mit der Zeit hat es ihnen Spass gemacht.»

Interviews und Schulszenen

Das sieht auch Hasibe Bislimovska, Schülerin der IBK so: «Besonders die Interviews fand ich spannend. Ich sehe mich aber nicht so gern auf der Leinwand, auch wenn alle sagen, dass ich es gut gemacht habe.»

In Interviews mit Lehrern, Mentorinnen oder mit dem Gründer der IBK, Martin Brunner, erfährt das Publikum vieles über die Entstehung und Entwicklung der beiden Sonderklassen.

In Videos der Schülerinnen und Schülern oder in Szenen aus dem Unterricht wird anschaulich, wie die IBK und das BWJ funktionieren. Wichtig sei es insbesondere, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sagt Manuela Schelbert.

Gian-Luca Gulino, genannt Giane, erzählt: «Bevor ich ins BWJ kam, war ich schlecht in der Schule und überhaupt nicht mehr motiviert. Das letzte Jahr war das beste meiner Schullaufbahn.»

Er habe hier seine Motivation wieder gefunden, musste sich viel bewerben und habe jetzt eine Lehrstelle als Sanitärinstallateur gefunden. Seine Klassenkollegin Shirin Weber beginnt nach dem BWJ mit einer Lehre als Köchin. Ihr hat die Arbeit am Film nicht so gefallen.

Ganz im Gegensatz zu Nikola Milosavljevic: «Ich fand es super. Ich stehe gern im Rampenlicht.»

Angeregte Diskussionen über Film

Das Publikum diskutierte nach der Filmvorführung beim Apéro angeregt über das Gesehene. Für die beiden Klassenlehrer ist somit ein Ziel des Filmprojekts erfüllt.

«Wir wollen mit dem Film zeigen, dass es Sonderformen wie BWJ und IBK braucht», sagt Manuela Schelbert. Sie biete gute Chancen für Jugendliche, die sonst mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Arbeitslosigkeit landen würden.

Wer den Film sehen möchte, wendet sich an Stephan Jost: ibk.baden@me.com.